WIZO: Frauen für den Zionismus

WIZO Österreich - ©wizo.at

09.03.2011 | 9:28 | Ida Labudovic

Women’s International Zionist Organization, die größte zionistische Frauenorganisation der Welt, hat sich Hilfe für Frauen in Israel zum Ziel gesetzt und waren schon Ende des 19.Jahrhunderts gleichberechtigt.

Wien. „Schon in biblischen Zeiten gab es bei den Juden starke Frauen wie Mirjam die Prophetin, die ältere Schwester von Moses“, sagt Hava Bugajer. „Aber es geht nicht nur um starke, sondern um alle Frauen, die gleiche Rechte haben sollten.“ Bugajer ist Präsidentin des Österreich-Ablegers der Women’s International Zionist Organization (Wizo).

Die in Israel geborene Ärztin, die ein von ihrem Ehemann erworbenes Ambulatorium für Physikalische Medizin in Wien leitet, hatte ihre erste Begegnung mit Wizo in Israel. „Eine Frau, Mitglied der Wizo, hat bei meinem Vater gearbeitet und immer wieder für Hilfsbedürftige Kleidung gesammelt“, erinnert sich Bugajer.

Bald wurde sie Teil der Organisation: „Wizo steht für selbstständige, berufstätige Frauen und Akademikerinnen, die auf ihren eigenen Füßen stehen.“ Die Wizo in Österreich wurde im Jahr 1921 gegründet und war in allen Bundesländern tätig. In Wien gab es fünf Wizo-Klubs und einen eigenen Klub für die Jungen: „Wizo war ein Teil des Gemeindelebens, die auch Bälle und Empfänge organisiert hat“, sagt Bugajer. Zu den Gründungszielen der Organisation gehörte allerdings auch die Unterstützung der zionistischen Bewegung – man unterstützte die Auswanderung von Juden aus Europa und half mit, die wirtschaftliche und soziale Situation jüdischer Frauen in Palästina zu verbessern.

Die Frauen in der zionistischen Organisation waren schon Ende des 19.Jahrhunderts formell gleichberechtigt und beim ersten zionistischen Kongress in Basel anwesend. In der Praxis haben sie aber keine Funktion gehabt. Daher wurden damals gleich zwei zionistische Frauenorganisationen gegründet: Hadassah im Jahr 1912 in den USA und eben Wizo 1920 in Großbritannien, wo die Gründerinnen zusammen mit den englischen Frauen für allgemeine Frauenrechte demonstrierten.

Frauen sichtbar machen

„So werden die Frauen hörbar und sichtbar, wenn sie eine separate Organisation haben“, meint Bugajer. Hadassah setzt sich vor allem für das Gesundheitswesen und die Stärkung der Position der Frauen ein.

„Wizo hat sich um die Kinder gekümmert und den Frauen ermöglicht, einen Beruf zu erlernen, damit sie als gleichwertige Partner in der neu entstehenden Gesellschaft Eretz Israel ihren Beitrag leisten können“, so Bugajer. Dazu zählt etwa auch, dass die Organisation armen Kindern das Schulgeld zahlt oder Einrichtungen für misshandelte Frauen unterstützt.

Wizo ist die größte zionistische Frauenorganisation der Welt mit 250.000 Mitgliedern in 52 Ländern. In Österreich gibt es zwischen 400 und 500 Mitglieder. Sie nimmt sich in zahlreichen Projekten der Frauen, Kinder und älteren Menschen in Israel an, ungeachtet deren Nationalität und Religionszugehörigkeit und ist der größte Partner des Staates im Sozialbereich. Wizo Österreich unterstützt derzeit drei Kindertagesheime in Israel, in denen sozialbedürftige Kinder aller Religionen betreut werden.

„Wir sind als NGO (Non-Governmental Organization) anerkannt und wir werden den Frauentag bei der UNO feiern, bei der wir am 10.März eine festliche Sitzung innerhalb des ,Vienna NGO Committee on the Status of Women‘ haben“, sagt Präsidentin Bugajer. „Separat werden wir 90 Jahre Wizo Österreich feiern, zusammen mit Wizo Aviv und Wizo Mirjam, unserem jüngsten Nachfolger.“

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

http://www.wizo.at

(IDA LABUDOVIC, “Die Presse”, Print-Ausgabe, 09.03.2011)


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