Anti-Rassismus Kampagne gegen Mohrenbräu geht weiter

noMohr
T-Shirts hier Kaufen  
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  • simon INOU ist auch GF von M-MEDIA

16.07.2013 | 10:00 | Sarah Farukuoye

Seit 11. Juli geht die No Mohr-Aktion von Journalist simon INOU und Künstler Mara Niang in die nächste Runde. Nach der Entwicklung eines alternativen Logos stehen jetzt damit bedruckte T-Shirts zum Verkauf.

Nicht der umstrittene “M*-Kopf”, sondern ein Baobab ist es, der die grünen, weißen und schwarzen T-Shirts mit dem Slogan „No Mohr“ ziert. Die T-Shirt Aktion markiert die zweite Runde der antirassistischen Kampagne, die im November 2012 gestartet worden ist und sich gegen das Logo der Firma “Mohrenbräu” richtet. Die Aktion begann – initiiert von Journalist simon INOU und Künstler Mara Niang  –  als “NO Mohr” – Kampagne auf Facebook und erreichte in kürzester Zeit, die Augen und Ohren vieler Menschen, die ihre unterschiedlichen Meinungen diskutierten.

Auch von den Medien wurde die Aufklärungskampagne aufgegriffen. Die Reaktionen der Bevölkerung: Von Zustimmung bis hin zu feindlichen Aufrufen.„Wenn´s euch ned passt, geht’s wieder hin, wo ihr hergekommen seit´s!“ bekamen INOU und Niang nicht selten zu hören und lesen. Doch ihr Ziel haben die zwei bereits definiert: die Bewusstseinsförderung der österreichischen Zivilgesellschaft und der Firma Mohr.

Jetzt sorgt nun – außerhalb der virtuellen Welt – die T-Shirt Aktion für Aufregung. Für die Initiatoren ist “die öffentliche Ausübung von Rassismus im 21. Jahrhundert nicht mehr zu verantworten”. Die T-Shirt Kampagne solle vielen Menschen die Augen öffnen. Erklärte Hoffnung ist es, mit dem Verkauf und dem Tragen des Leiberln öffentlich das Bewusstsein gegenüber dem Anti-Schwarzen-Rassismus weiter zu verstärken und Menschen die Möglichkeit zu geben das Engagement gegen Rassismus zu unterstützen.

Rassistische Tradition?

In einem Gespräch mit Vorarlberg Online verteidigte Markus Hämmerle, damaliger Marketing- und Verkaufsleiter von M*Bräu letztes Jahr das Logo. „Das Logo stamme aus dem traditionsreichen Vorarlberg, in dem, im Jahre 1784, ein Herr Joseph Mohr die Marke und somit das M*bräu gegründet hatte“. Die Firma habe schon öfters Kritik von außen erhalten und könne sogar die Missbilligung nachvollziehen, “jedoch beruhe das Logo, auf einer historischen Grundlage und sei unter den VorarlbergerInnen eine wichtige, etablierte Marke, mit 98% Wiedererkennungswert.”

“Eine gut etablierte Marke mit einem diskriminierenden Logo müsse aber nicht das Ende der Geschichte sein”, sagen die InitiatorInnen. Für sie ist es nicht verständlich warum wulstige Lippen und affenartige Gesichtszüge im 21. Jahrhundert immer noch als Werbegrundlage für ein österreichisches Bier dienen müssen. Unreflektiert bliebe auch, dass Joseph Mohr seinerzeit eine stereotype, klischeehafte Darstellung des Gesichts eines Schwarzen für seine Marke verwendet hat und warum das heute noch so viel Anklang findet.

 

Unterstützen Sie  jetzt die NoMohr Kampagne und treten Sie öffentlich gegen Rassismus auf!

 


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