Crowdfunding: Gemeinsam schaffen wir diskriminierungsfreie Schulbücher für Österreich

Auszug eines Schulbuchs in Österreich

15.11.2015 | 12:50 | simon INOU und Anna Preiser

Nur gemeinsam schaffen wir es, diskriminierungsfreie Schulbücher für Österreich zu ermöglichen. Bitte unterstützen Sie unsere Crowdfunding-Aktion auf Respekt.net.

Wien – Kein Mensch ist vorurteilsfrei. Aber die Art und Weise, wie wir damit umgehen, ist entscheidend. Diskriminierungen fallen nicht vom Himmel, sie sind Produkte unserer Sozialisation. Dabei spielen Schulbücher eine wesentliche Rolle.

Laut mehreren Forschungen* der Universität Wien sind unsere Schulbücher nicht diskriminierungsfrei. Eine Konsequenz daraus ist die weitere, oft unbewusste Verbreitung von Rassismen, Sexismen, Exotismen etc…. Das erschwert ein solidarisches, respektvolles Miteinander und eine gleichberechtigte Teilhabe aller in unserer Gesellschaft. Wie der ehemalige Sklave und U.S. Menschenrechtler Frederick Douglass formulierte hat: „It is easier to build strong children than to repair broken adults“ .

Breiter Konsens erreicht

Vor zwei Jahren hat M-MEDIA  die Initiative gestartet, diskriminierungsfreie Schulbüchern mit Hilfe von für diese indirekt und direkt Zuständigen zu ermöglichen: Den Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft  der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), der die Schulbuchverlage und den Schulbuchhandel repräsentiert, konnten wir überzeugen, sich aktiv für diskriminierungsfreie Schulbücher einzusetzen; Unterstützung wurde auch vom Bildungsministerium angeboten. Das Integrationsministerium und die Stadt Wien sind auf Anfrage der festen Überzeugung, dass  Diskriminierungen in Schulbüchern keinen Platz haben. Auch sind pädagogische Hochschulen daran interessiert, dass angehende Pädagoginnen und Pädagogen für Diskriminierungen und den Umgang mit diesen sensibilisiert und geschult werden. Der Konsens ist sehr breit. Dazu hat M-MEDIA bereits mehrere Workshops mit Studierenden und Lehrenden abgehalten.

Unterstützen Sie eine nachhaltige diskriminierungsfreie Gesellschaft

Eine diskriminierungsfreie Gesellschaft bedeutet, dass diskriminierungsfreie Schulbücher in Schulen eingesetzt werden. Dies beinhaltet ebenso, dass in Schulbüchern Selbstbilder und nicht wie bisher oft stereotype Fremdbilder vermittelt werden. Hier geht´s zum Projekt auf Respekt.net 

Wir haben unser Projekt „Diskriminierungsfreie Schulbücher für Österreich“ auf der Plattform Respekt.net eingereicht. Damit wollen wir

  • Ausgewählte Schulbücher screenen,
  • Alternativvorschläge von Seiten von Diskriminierung betroffenen Expert*innen in Zusammenarbeit mit Schulbuchverlagen in Neuauflagen einarbeiten und
  • Workshops für (eingehende) Lehrer*innen,  Schulbuchautor*innen sowie -gutachter*innen anbieten.

Stichtag für unser Projekt ist der 3. Dezember 2015: An diesem Tag erhalten wir die Nachricht von Respekt.net, ob bei Erreichen der 10.000 EUR Grenze durch das Crowdfunding auf das Zielbudget von 20.000 EUR durch Call4Europe aufgestockt wird.

Die Crowdfunding Kampagne läuft bis 15. Jänner 2016. Es heißt alles oder nichts: Erreichen wir das Zielbudget über das Crowdfunding, wird das Projekt finanziert. Im gegenteiligen Fall kann die Spende rückerstattet werden.

 


ein Kommentar

  • Monika Ederer-Mosing

    Bitte beseitigen Sie auch die Diskriminierung von Dicken. Ich musste aus einem Deutschbuch unterrichten, in dem Kuchen essende Dicke mit fressenden Schweinen verglichen wurden. Ich esse aber keinen Kuchen und habe trotzdem einen erhöhten BMI, der sich nur durch Hungern senken lässt. Hunger aber führt bei mir zu starker Nervosität und Konzentrations-Unfähigkeit. Ich musste aus einem Französischbuch unterrichten, in dem fälschlich behauptet wurde, Dicke würden zu wenig Gemüse essen und keinen Sport betreiben. Ich habe durch ein Übermaß an Salat und Sport Gesundheitsschäden davongetragen. Sprachlernbücher sollten aufhören, ärztliche Anweisungen zu geben und auf diese Weise Unterrichtende und Lernende zum Mobbing von Dicken anzustiften. Ich wurde sehr viel gemobbt, kann aber nichts dafür, dass ich mehr Hunger habe als andere. Geschrieben um 27. November 2015 um 22:00 Antworten

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