Karl Landsteiner: Wiener Arzt revolutionierte Transfusionsmedizin

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Besondere Ehrung wurde Dr. Karl Landsteiner als Motiv der 1000-Schilling Note zuteil. Diese zierte er bis zur Einführung des Euro.

13.02.2014 | 18:14 | Tamara Tanasijevic

In der Geschichte des Blutspendens nimmt der Wiener Arzt Karl Landsteiner mit seiner Entdeckung der vier Blutgruppen A, B, 0 und AB eine revolutionäre Rolle ein. Der österreichische Bakteriologe setzte damit einen Meilenstein in der Entwicklung der modernen Transfusionsmedizin.

Vor 1901 stellte die Beschaffenheit des Blutes für die Mediziner ein Rätsel dar. Transfusionen gingen schief, so dass die Empfänger meistens verstarben. Den Grund dafür konnte man sich nicht erklären. Karl Landsteiners bahnbrechende Entdeckung des AB0-Systems sollte alles ändern, denn “Blut ist nicht gleich Blut“.

1868 in Baden bei Wien geboren, studierte Karl Landsteiner Medizin an der Universität Wien und schloss sein Studium 1891 erfolgreich ab. Im Anschluss verbrachte er für Forschungszwecke einige Jahre in der Schweiz und Deutschland. 1907 entdeckte der Arzt bei seinen Forschungen nach den Ursachen der Kinderlähmung, dass es sich um eine Virusinfektion handeln muss und behielt recht.

Im 1. Weltkrieg wurden in den Lazaretten viele Bluttransfusionen durchgeführt, die aufgrund Karl Landsteiners Entdeckung der Blutgruppen erfolgreich verliefen und vielen Soldaten das Leben retteten. Nach dem Krieg übersiedelte Landsteiner nach Den Haag und nahm 1922 eine Forschungsstelle im Rockefeller-Institut in New York City an, wo er u.a in Zusammenarbeit mit dem bedeutenden amerikanischen Serologen Alexander Salomon Wiener 1937 den Rhesusfaktor entdeckte. Sieben Jahre zuvor, 1930, wurde er mit dem Nobelpreis für Medizin für seinen außerordentlichen Fund der Blutgruppen ausgezeichnet. Zeitlebens war Karl Landsteiner am Rockefeller-Institut tätig, wo er während seiner Arbeit im Labor am 26. Juni 1943 einem Herzinfarkt erlag. Seit 1929 besaß er die US-Staatsbürgerschaft.


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