Der Aufstand der Kopftuchmädchen von Lale Akgün

Teil des Buchcovers von Lale Akgün - ©laleakguen.de
BUCH
  • Lale Akgün
  • Aufstand der Kopftuchmädchen. Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus
  • Piper Verlag, 2011 17,50 Euro

17.08.2011 | 14:51 | Ania Haar

Die SPD-Politikerin und gläubige Muslime Lale Akgün setzt sich kritisch mit ihrer Religion auseinander. In ihrem Buch will sie mit Missverständnissen aufräumen und wünscht sich nun eine aufgeklärte Diskussion.

Wien. „Nichts ist umstrittener als das Stückchen Stoff namens Kopftuch“, schreibt Lale Akgün. Denn das Kopftuch wird von den einen als Zeichen der Unterdrückung gesehen, für die anderen ist es wiederum eines des Selbstbewusstseins. Weder das eine noch das andere stimme, meint Akgün.

Sie selbst kam als Neunjährige nach Deutschland, studierte Medizin und Psychologie und war bis 2009 Islambeauftragte der SPD im Bundestag. Als solche hat sie nun ein Buch geschrieben, in dem sie mit Missverständnissen aufräumen will.

Akgün schreibt etwa über die Verhüllung des Körpers. Die oft zitierte Koransure 24, Vers 31, besagt, dass die Frau auf ihre Keuschheit achten und ihre Reize nicht zeige solle. So wird diese Sure insbesondere von strengen Muslimen als Kleidervorschrift interpretiert. Eine Frau soll ihren Körper bedecken, sprich das Kopftuch tragen. Das sei eine Pflicht. Nur sei das Problem, so die Autorin, dass streng gläubige Muslime eine Sure davor anscheinend nicht gelesen haben. Denn diese spreche auf ähnliche Art und Weise die Männer an. Akgüns Schlussfolgerung: Auch Männer sollten sich benehmen – und in Reinheit leben.

Die Sure 33, Vers 59, die sich explizit „auf das Bewegen im öffentlichen Raum“ bezieht, sei ebenfalls keine Kleidervorschrift, sondern als moralische Regelung zu verstehen. Historisch gesehen war das Kopftuchtragen ein „Vorrecht der freien Frauen“, Sklavinnen durften nicht einmal beim Gebet ihren Kopf bedecken. Akgün wünscht sich nun eine aufgeklärte Diskussion – und einen „Aufstand der Kopftuchmädchen“.

(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 17.08.2011)


ein Kommentar

  • georg holzmann

    eine türkin aus deutschland was hat das mit uns österreicher zu tun auserdem ist der artikel sehr einseitig und nicht kritisch Geschrieben um 24. März 2012 um 20:31 Antworten

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