L’ubica Stanek: “#masturhate missbraucht die Vorteile des Internet”

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23.06.2014 | 11:53 | Tamara Tanasijevic

Seit einigen Wochen kursiert mit internationaler Unterstützung das Hashtag #masturhate in den weiten Sphären des World Wide Web, um auf Online Hass in Foren und sozialen Netzwerken aufmerksam zu machen. L’ubica Stanek, eine der InitiatorInnen der Kampagne und Programmleiterin bei Nadácia otvorenej spoločnosti – Open Society Foundation mit Sitz in Bratislava, berichtet in einem Interview mit M-MEDIA über die Hintergründe und Absichten von
I don’t #masturhate“.

M-MEDIA: Worum geht es bei „I don’t #masturhate“?

L’ubica Stanek: Das Internet ist ein Ort, wo wir Unterhaltung, Spaß und Informationen suchen, doch werden wir dort jeden Tag mit feindseligen Inhalten konfrontiert, die voller Zorn und Hass sind. Unsere Organisation NOS-OSF unterstützt die Meinungsfreiheit und den Austausch, solange er sich nicht gegen andere Menschen, Minderheiten oder Kulturen richtet. #masturhate ist eine Kampagne, die das Augenmerk auf Online Hassbotschaften lenken will. Jeder kann mit dem Hashtag unangemessene und hasserfüllte Meldungen in Online Medien sowie auf sozialen Netzwerken markieren. Damit wollen wir erreichen, dass das Internet von diesen Hates befreit wird und stattdessen kritisches Denken, ja gerne auch Katzenvideos, ihre Verbreitung finden.

Wieso habt ihr diese Kampagne ins Leben gerufen?

Es wird leider immer schwieriger Online Hass zu meiden. Heuer haben wir als Organisation zum dritten Mal die Young Lions Competition, die sich an junge, kreative Leute in der Werbebranche richtet, unterstützt. Das Projekt von Michal Hornický und Michal Moravec gewann letztes Jahr, welches auch das Wortspiel MASTURHATE ins Leben rief. Es beeindruckte uns sehr. Das Problem des Online Hasses war uns bekannt, weswegen wir die Chance wahrnahmen zusammen mit den Jungs diese Kampagne zu starten. Wir sind über ihren mittlerweile internationalen Charakter sehr erfreut.

Was erwartet ihr euch von „I don’t #masturhate“?

Wir möchten mit #masturhate auf die Gefahren von Hassbotschaften aufmerksam machen, die Menschen zum Nachdenken bewegen und öffentliche Diskussionen anregen. Vor allem ist uns dabei das Engagement von jungen Leuten wichtig, die diese Message transportieren und ihre Stimme gegen Online Hass erheben sollen. Es muss etwas dagegen getan werden, die Zeit der Passivität und des Darüber Hinwegsehens ist vorbei. Wir wollen das Internet von Hass befreien und jedermann zeigen, dass es viel cooler ist ohne #masturhate.

Wieso ist es wichtig die Kampagne zu unterstützen und mitzumachen?

Hass ist ein unnützes und unfaires Werkzeug im Internet. Es missbraucht die größten Vorteile des World Wide Web – Meinungsfreiheit und Anonymität. Jede Freiheit kennt ihre Grenzen und die Verbreitung von Online Hass überschreitet diese. Hass hat einen negativen Einfluss auf die Menschen, denen er begegnet. Für gewöhnlich richtet er sich an diejenigen, die sich weder wehren, noch verantwortlich für die Probleme der #masturhaters sind – Minderheiten, andere Kulturen und Glaubensrichtungen. Indem man die Kampagne unterstützt setzt man ein Zeichen gegen dieses feige Verhalten und motiviert seine Umgebung ebenfalls mitzumachen. Wir alle produzieren Inhalte im Internet, deswegen ist es an uns gegen #masturhate aufzutreten, um die menschliche Würde zu verteidigen.

Hate sucks, don’t #masturhate!


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