Mandela in Österreich feiern: Ein Abend allein genügt nicht

Nelson Mandela Memorial in Austria  - ©society
Nelson Mandela International Day in Austria
  • 17. + 18. Juli 2014
  • Interessierte die mitmachen wollen bitte eine Email an:
  • mandela-day-austria@m-media.or.at

26.02.2014 | 9:24 | Daniela Karina Krenn

Der Nelson-Mandela-Memorial-Day fand am 21. Februar im Raiffeisenhaus statt. Gar nicht so leicht, das Lebenswerk eines großen Staatsmannes in einen einzigen Abend zu packen.

Gedämpftes Licht herrscht in dem großen Saal mit Holzverkleidung. An die hundertfünfzig Menschen blicken gespannt auf die Leinwand vorne im Saal. Ein Foto nach dem anderen wird auf einer großen Wand gezeigt. Die Fotos zeigen alle den gleichen Mann, Nelson Mandela. Der Freiheitskämpfer und Präsident Südafrikas war ein Mann der Menschen, also zeigen die Fotos ihn mit Menschen. Mit Kindern, bei seinen öffentlichen Auftritten, umjubelt, gefeiert. Gefeiert wird an diesem Abend sein Lebenswerk.

„Vielen Dank, dass Sie heute alle gekommen sind.“, sagt simon INOU. „Welcome to the Nelson Mandela Memorial!“, begrüßt Beatrice Achaleke. Gemeinsam kommen sie durch den Gang zwischen all den Stühlen nach vorne auf die kleine Bühne. Die beiden sind nicht nur die Moderatoren, sondern gleichzeitig auch die Initiatoren des Gedenktags an Nelson Mandela. Sie moderieren zweisprachig, Simon INOU auf Deutsch, Beatrice Achaleke auf Englisch.

Für Nelson Mandela ist es Wert zu feiern

Auch in Österreich wollen wir Nelson Mandela feiern, haben sich simon INOU, Leiter von M-MEDIA und Beatrice Achaleke, Leiterin von Diversity Leadership, gedacht. Vor allem, nachdem der Österreichische Bundespräsident keine Zeit gefunden hat, zu der internationalen Gedenkfeier nach Südafrika zu fliegen. Budget war für die Feier kaum vorhanden. Viele E-Mails wurden verschickt, viele Telefonate geführt, das Programm zusammen gestellt. Viele ÖsterreicherInnen sind an diesem Abend zusammen gekommen, um Mandela zu zelebrieren. „Nelson Mandela ist es wert.“, betont Achaleke. Und bevor die Gesprächsrunden starten und die Gäste ihre Reden halten, bitten die Moderatoren um eine stille Gedenkminute.

Botschafter, Politiker und Vertreter von NGOs, und einfach viele, die Nelson Mandela gedenken möchten, haben sich versammelt. Knapp hundert Menschen sind gekommen. Georg Kraft-Kinz, der Chef der Raiffeisenbank Wien-Niederösterreich eröffnet die Feier. Reka Furtos von den Vereinten Nationen liest einen bewegenden Nachruf vom aktuellen Generalsekretär der vereinten Nationen Ban Kii-Moon auf Nelson Mandela und betont noch einmal, warum es für seine Organisation wichtig war, einen Nelson Mandela Tag jedes Jahr am 18. Juli zu feiern. Der Botschafter von Palästina Salah Abdel Shafi dankt Nelson Mandela in seiner Rede für seine Unterstützung der Palästinenser.

Es folgt ein Ausschnitt aus einem Dokumentarfilm über Nelson Mandela. Familie und Bekannte Mandelas erzählen ihre Erlebnisse mit Nelson, der eigentlich als Rolihlahla geboren wurde. Das bedeutet in etwa „Unruhestifter“. „Der Abend ist zu kurz, um das ganze Leben Nelson Mandelas unterzubringen!“, so INOU und Achaleke.

Ältester afrikanischer Specht wurde nach Mandela benannt

Das erste Roundtable-Gespräch dreht sich um die Frage: Was verbindet dich mit Nelson Mandela? Jeder der Gäste wurde in der Einladung gebeten, einen Gegenstand dafür mitzunehmen. Thomas Bernhard Schrempf zieht einen kleinen Vogel aus der Tasche. „Diesen Specht habe ich gestern im Kinderzimmer meiner Tochter gefunden.“, so der Leiter von Hanse Österreich. Was der Specht mit Mandela gemeinsam habe? „Ein Specht ist hartnäckig und gibt nicht auf, bis er den Wurm im Holz gefunden hat .“, erklärt Schrempf. Außerdem ist sogar an Mandela’s 94. Geburtstag ein prähistorischer Specht nach ihm benannt worden, der Australopicus nelsonmandelai. Die deutschen und französischen Forscher, die den Specht entdeckt haben, sehen die Benennung nach Mandela als ein „wissenschaftliches Geschenk“ an den Friedensnobelpreisträger.

In der zweiten Gesprächsrunde, moderiert von simon INOU, wurden PolitikerInnen, Mitglieder der österreichischen Zivilgesellschaft und Wirtschaftstreibende eingeladen diese Frage zu beantworten: Welche Werte von Nelson Mandela sollen weiter in die Welt verbreitet werden: Mut, Aufklärungsarbeit, Zusammenhalt. Die Gäste und das Publikum sind sich einig.

Dancing the „Mandela Jive“

Beatrice Achaleke holt zwei kleine Jungs auf die Bühne. „Ihr seid heute unsere kleinsten Gäste. Für euch tragen wir alle das Lebenswerk von Mandela weiter.“, sagt sie. Denn bei diesem einzigen Abend für Mandela soll es nicht bleiben. Am 17. und 18. Juli ist, im Rahmen der von der UNO initiierten Nelson-Mandela-International-Days, eine zweitägige Veranstaltung geplant.

VUSA MKHAYA and Friends singen ein Lied auf Mandela. Die Mitglieder der A capella-Band sind Freunde von Simon INOU. Sie spielen auf der Feier gratis. „Was verbindet dich mit Nelson Mandela?“, fragt Beatrice Achaleke auch den Leadsänger der Band. „Musik!“, sagt dieser sofort. „Nelson Mandela hat immer zum Jive getanzt. Das ist ganz einfach, man hebt die Ellbogen ein bisschen und schwenkt ein bisschen hin und her.“, erklärt er. „Das musst du uns genauer zeigen!“, freut sich Beatrice Achaleke. So lässt sich der Abend gelungen ausklingen. Alle gemeinsam tanzen den Nelson-Mandela-Jive.

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BILDER der Veranstaltung finden Sie Hier und Hier


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