Steiermark: In Suchteinrichtungen ist der Anteil von Migranten gering

Süchtig - ©flickr.com/chrisixus

11.05.2011 | 10:52 | Helena Milos

In den Suchteinrichtungen der Steiermark ist der Anteil von Migranten gering. Gerade Eltern mit Migrationshintergrund nehmen nur selten Hilfe in Anspruch und wenden sich aus Scham nicht an die Beratungsstellen.

Graz. In den Suchteinrichtungen der Steiermark ist der Anteil von Migranten gering: Gerade einmal zwei Prozent sind es laut einer Erhebung aus dem Jahr 2008. Im Substitutionsprogramm der Stadt Graz sind 0,2 bis vier Prozent Migranten. Keine Berücksichtigung findet hier die Tatsache, dass sich gerade Eltern mit Migrationshintergrund nur selten um Hilfe an die Beratungsstellen wenden – aus Scham.

Auch wenn die Zahl der drogensüchtigen Migranten klein ist: Gerade im Umgang mit dieser Gruppe ist es wichtig, eine interkulturelle Sensibilität zu entwickeln. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe von Xenos, dem Verein zur Förderung der soziokulturellen Vielfalt, wurde erstmals in der Steiermark eine öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Thema initiiert. Das aktuelle Projekt des Vereins, „Sucht in der Fremde: Ein nüchterner Blick“, umfasst zwei Streifzüge durch die Drogenhotspots der Stadt und eine Podiumsdiskussion.

Ende März gab es in Graz die erste derartige alternative Stadtführung, die für eine geschlossene Gruppe von Suchtexperten aus ganz Österreich organisiert wurde. An dem Streifzug nahmen über 60 Interessierte teil. Im Mittelpunkt standen Themen wie: drogensüchtige Migranten in Graz, Sucht allgemein, Folgen der Sucht wie Prostitution und auch der Umgang mit legalen Suchtmitteln.

Führung durch Graz im Juni

Auch im Juni ist eine Stadtführung geplant, die im Volksgarten bei der Kreuzkirche startet, über den Caritas-Kontaktladen zum Spritzenautomaten führt und schließlich am Griesplatz endet. Die Führung wird vom Integrations- und Suchtexperten Nibaldo Vargas Arias geleitet, der Eintritt ist frei.

(Helena Milos, “Die Presse”, Print-Ausgabe, 11.05.2011)

 


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