Ausstellung: Amina Handke thematisiert Urheberrecht in der Kunstproduktion

Amina Handke bei einer Podiumsdiskussion im Parlament, 2010 © Parlamentsdirektion/Bildagentur Zolles/Mike Ranz
Die Ausstellung in Kürze
  • Ausstellung: Copie NON Conforme
  • Wann: 17.1. bis 14.3.2014
  • Wo: Kunstraum Niederösterreich, Herrengasse 13, 1010 Wien
  • Kunstraum 
   

10.01.2014 | 12:11 | Tamara Tanasijevic

Wien.  Am 16. Januar eröffnet im Wiener Kunstraum Niederösterreich die von Amina Handke kuratierte Ausstellung „Copie NON Conforme“. Der Titel der Schau ist eine Referenz auf den Film „Copie Conforme“ des persischen Filmemachers Abbas Kiarostami und behandelt die Frage von Original und Kopie in der Kunst, als auch im Leben.

Die mediale Darstellungsweise ist dabei sehr vielfältig und äußert zeitgemäß. Die teilnehmenden Künstler versuchen dieser Problematik in Form von Videos, Fotografien und Performances auf den Grund zu gehen.

In einem Gespräch mit M-MEDIA äußert sich Amina Handke zu den Hintergründen der Ausstellung.

M-MEDIA: „Copie NON Conforme“ wird vom 17.1 bis zum 15.3 im Kunstraum NÖ gezeigt. Wie kam es zu der Idee dieser Ausstellung?

Amina Handke: Ich befasse mich schon seit einiger Zeit mit urheberrechtlichen Rahmenbedingungen von Kunstproduktion und verschiedenen Formen der Bearbeitung und Aneignung wie Remakes oder Reenactment. Meine Installation “Appropriated Beggars“, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein wird, ist eine “Neuverfilmung” einer Installation von Kutlug Ataman, hat aber in erster Linie die Frage der Authentizität bei Darstellung von Armut zum Thema. Das ist übrigens auch ein Verweis auf die Frage nach “Echtheit” oder “Originalität” und die Rollen, die sich Menschen in Beruf und Alltag aneignen müssen. Zur Präsentation dieser Installation habe ich mir überlegt, dass es eine Bereicherung wäre, sie gemeinsam mit anderen Arbeiten zu zeigen, die sich vergleichbarer Methoden bedienen und sich so gegenseitig kontextualisieren können.

Warum haben Sie sich für die konkreten Darstellungsformen Video, Fotografie und Performance entschieden?

Diese Kunstformen stellen an sich schon die Frage nach dem Begriff des Originals, da sie durch Vervielfältigung und Wiederholung überhaupt erst entstehen oder sichtbar bzw. dokumentierbar werden.

Was waren Ihre Kriterien bei der Auswahl der teilnehmenden Künstler?

Es war mir wichtig, eine grösstmögliche Vielfalt an individuell geprägten politischen Themen und Formen der Bearbeitung zu verbinden. Aber auch die biografischen Zusammenhänge der KünstlerInnenpersönlichkeiten sollten einen komplementären Kommentar zur mehrheitlichen Kunst- und Kulturlandschaft darstellen. Internationalität ist in der Kunstwelt zwar ein Qualitätskriterium, das sich gut “verkauft”, allerdings ist kritischer Umgang mit damit zusammenhängenden Themen nach wie vor eher Aufgabe der prekarisierten Avantgarden.

Was sind Ihre Erwartungen an die Schau?

Das ist eine nicht so leicht zu beantwortende Frage. Natürlich wünsche ich mir viele BesucherInnen, großes Interesse und vor Allem spannende Rückmeldungen. Für die KünstlerInnen würde ich mir ausserdem wünschen, dass ihre Themen auf Interesse stossen und das Projekt eine bereichernde Erfahrung (auch im Sinne des Austauschs untereinander) für alle weiteren Vorhaben darstellt. Der Katalog stellt für mich persönlich auch ein wichtiges Produkt zur Dokumentation interessanter zeitgenössischer künstlerischer Positionen dar.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen viel Erfolg.

Danke.

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„Copie NON Conforme“ wird vom 17.1 bis 15.3.2014 im Kunstraum Niederösterreich gezeigt. Zu den teilnehmenden Künstlern gehören u.a. auch M-MEDIAs simon INOU und Mara Niang mit ihrem gemeinsamen Projekt NO MOHR. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Der Eintritt ist frei.


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