Best Practice im Zoom Kindermuseum

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03.03.2010 | 18:29 | Nasila Berangy

Best Practice im Zoom Kindermuseum. Begonnen hat es mit einer Ausstellung zum Thema Afrika in den 90er-Jahren, für die bewusst afrikanischstämmige Migranten ins Team geholt wurden.

Unsere Gesellschaft wird immer bunter, und das soll sich auch in der Zusammensetzung des Teams niederschlagen, damit es auch ein Abbild der Wirklichkeit ist“, sagt Elisabeth Menasse-Wiesbauer, Direktorin des Zoom Kindermuseums. Auch für Kinder mit Migrationshintergrund sei es wichtig zu sehen, dass da „Personen arbeiten, die aus derselben Kultur oder der Kultur der Eltern stammen“, das wirke motivierend.

Und die Kinder ohne Migrationshintergrund lernen, dass „Menschen zwar unterschiedlich, aber gleichwertig sind“. Falls Vorurteile vorhanden sind, könne man diese durch den persönlichen Kontakt abbauen.

Begonnen hat es mit einer Ausstellung zum Thema Afrika in den 90er-Jahren, für die bewusst afrikanischstämmige Migranten ins Team geholt wurden. Einige von ihnen sind bis heute geblieben. Langfristig soll auch das Organisationsteam multikultureller werden – nicht nur aus ethischen Gründen, sondern wegen des Know-how der Mitarbeiter, etwa was Fremdsprachenkenntnisse angeht.

Ins Zoom kommen viele Kinder mit Migrationshintergrund, denn die Volksschulklassen, die den Großteil der Ausstellungsbesucher ausmachen, sind in Wien bunt gemischt. Um auch an den Wochenenden mehr Migranten unter den Besuchern zu haben, wird derzeit mit der Initiative „Mama lernt Deutsch“ der Stadt Wien kooperiert. Bei freiem Eintritt können Mütter gemeinsam mit ihren Kindern den Kleinkinderbereich „Ozean“ besuchen.

Hintergründige Thematisierung

Explizit werden Diversitätsthemen im Kindermuseum nicht angesprochen, sondern in Ausstellungen mitbehandelt.

Als Beispiel führt Menasse-Wiesbauer die Ausstellung zum Thema Farben an. Hier wurde Kindern erklärt, dass Farben in verschiedenen Kulturen unterschiedlich konnotiert sind. So ist Schwarz bei uns die Farbe der Trauer, in Indien trägt man Weiß, wenn man trauert.

(NASILA BERANGY, “Die Presse”, Print-Ausgabe, 03.03.2010)


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