Wien: Post Colonial Flagshipstore Ausstellung im Museumsquartier

AfroGeld-Mansour

03.10.2014 | 17:54 | Daniela Karina Krenn

Das Ausstellungsprojekt Post Colonial Flagship Store (PCFS) setzt sich mit Strukturen und Methoden eines neuen, verdeckten Kolonialismus in der Welt auseinander. Was vor 100 Jahren der Kolonialwarenladen war, ist heute der globale Flagshipstore. 

Das Ausstellungsprojekt „Post Colonial Flagship Store (PCFS)“ ist konzipiert von Sven Kalden und Georg Klein.  Europäische und internationale KünstlerInnen nehmen Bezug auf den kolonialen Hintergrund des eigenen Landes und die Auswirkungen auf das Leben heute. Abhängigkeiten wie auch Chancen, Hoffnungen und Identitätsfragen werden ebenso thematisiert wie globale Investmentstrategien oder Arbeitsmigration.

Präsentiert werden die Arbeiten der KünstlerInnen aus Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika als „Verkaufsprodukte“ oder „Dienstleistungsagenturen“ in einer Shopping Mall, die moderne Form des Kolonialwarenladens. Die im PCFS ausgestellten Objekte und Projekte spielen mit dem Warencharakter, drehen die Verhältnisse und schaffen dabei einen Raum, in dem die vergangenen wie die heutigen Erscheinungsformen des Kolonialismus ins Bewusstsein treten.

Der Designer Lamyne Mohamad aus Paris stellt seine Kleider vor. Die Stoffe sind recycelt, er bekommt er aus Italien, Frankreich und Indien. Er ist skeptisch gegenüber Chinas immensen Handel mit afrikanischen Ländern. “Das ist der neue Kolonialismus”, sagt er. Doch auch der Modewelt ist er kritisch gegenüber: “Jede Frau kann ein Model für mich sein. Gewicht ist mir egal.”, sagt er.

Auch Mansour Ciss Kanakassy aus Senegal stellt seine Geschäftsidee aus. Er eröffnet eine Bank, die den AFRO als Gegenstück zum Euro anbietet. Er will darauf hinweisen, dass es auch Jahrzehnte nach dem französischen Kolonialismus noch immer FRANC als Währung gibt.


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