Auf in die Auflagenkontrolle

Das Logo der österreichischen Auflagen-kontrolle - ©oeak.at

04.09.2009 | 18:05 | Almina Mahmutovic

Das Monatsmagazin „Kosmo“ ist das zweite „Migrantenmedium“ in der ÖAK.

Seit genau einem halben Jahr ist „Kosmo“ als neues Migrantenmedium auf dem österreichischen Printmedienmarkt. Das 60 Seiten umfassende Heft erscheint monatlich in bosnischer, kroatischer und serbischer Sprache und in einer Auflage von 120.000 Exemplaren.

Was das Magazin so besonders macht: Seit September 2009 ist „Kosmo“ auch freiwilliges Mitglied der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK). Die Zielsetzung dieses Vereins ist es, „vergleichbare, objektiv ermittelte Unterlagen über die Verbreitung von Printmedien und anderen Werbeträgern zu beschaffen, bereitzustellen und zu veröffentlichen“, wie die ÖAK sich auf ihrer Homepage vorstellt.

Für Dejan Sudar, den Herausgeber des Magazins „Kosmo“, war das ein wichtiger und bereits im Vorfeld geplanter Schritt: „Für uns war es schon in der Konzeptionsphase ganz klar, so schnell wie möglich in die ÖAK zu kommen.“ Als Grund für die Mitgliedschaft nennt er das negative Image der in Österreich erscheinenden Migrantenmedien. „Das hat damit zu tun, dass es einige Medien gibt, die möglicherweise mit nicht ganz richtigen Zahlen operieren“, erklärt Sudar und fügt hinzu: „Dem wollen und werden wir uns mit unserer professionellen Arbeit entgegenstellen.“

Mit der ÖAK-Mitgliedschaft sieht sich der Herausgeber als ein „anerkannter Teil der österreichischen Printmedienlandschaft“ und will dadurch „die Seriosität unseres Mediums unterstreichen“ und nicht zuletzt „mehr Partner in allen Bereichen gewinnen“.

Nummer zwei nach „Biber“

Nach dem Communitymagazin „Biber“ ist „Kosmo“ somit das zweite und auflagenstärkste „Ethnomedium“, das in die ÖAK aufgenommen wurde. Auf die Frage, ob es weitere Anträge und Mitgliedschaften anderer Migrantenmedien gibt, heißt es seitens der ÖAK: „Es gibt immer wieder Anfragen, aber noch nichts Konkretes.“

Während „Biber“ in Deutsch erscheint und sich nicht nur ausschließlich an Migranten richtet, ist „Kosmo“ die Medienplattform für Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien – sie bilden mit 750.000 Menschen die größte Migrantengruppe in Österreich. Auf rund 60 Seiten wird versucht, ein breites Themenspektrum von Politik über Karriere und Wirtschaft bis zu Partyleben abzudecken sowie über aktuelle Migrantenthemen zu informieren. „Wir bekommen tagtäglich unterschiedliches Feedback von unseren Lesern. Neben Anrufen gibt es Fälle, deretwegen unsere Leser direkt in die Redaktion kommen, und uns um eine Art Beratung bitten“, sagt Sudar. Langfristig verfolgt er, gemeinsam mit Chefredakteur Nedad Memic, das Ziel, „,Kosmo‘ als Servicemagazin mit Unterhaltungswert zu etablieren und darüber hinaus eine Opinion-Leader-Funktion für die Community ehemaliger Jugoslawen zu werden“. Um den Lesern noch mehr Aktualität anbieten zu können, wird eine zweiwöchentliche Erscheinungsweise angestrebt.

Die Zeitschrift „Kosmo“ erscheint im Wiener „Twist Zeitschriften Verlag“, der unter anderem auch das Lifestylemagazin „25“ herausgibt. (ALMINA MAHMUTOVIC)

“Die Presse”, Print-Ausgabe, 09.09.2009


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