ORF: Ani Gülgün-Mayr verlässt Heimat Fremde Heimat

Gülgün-Mayr (c) Günther Pichlkostner
KURZ:
  • Ani Gülgün-Mayr verlässt nach sieben Jahren die Heimat Fremde Heimat-Redaktion. Seit rund einer Woche arbeitet die Journalistin in der Kulturredaktion von ORF3
INFO:
  • ORF 3 und ORF Sport Plus starten am 26. Oktober

19.10.2011 | 16:01 | Caroline Nwafor

Ani Gülgün-Mayr ist das neue Gesicht der Kultursendung „Kultur heute“, die es ab 26. Oktober auf ORF III zu sehen gibt. Bisher war die Moderatorin eher hinter der Kamera tätig, nun freut sie sich auf ihren lang ersehnten Auftritt vor dem Bildschirm. Nun wurde bekannt, dass die Journalistin mit armenisch-türkischen Wurzeln für das neue Format nach sieben Jahren sogar die „Heimat Fremde Heimat“- Redaktion verlässt.  Mit M-MEDIA sprach Ani Gülgün-Mayr über ihre Karriere und ihr neue Aufgabe bei ORF III. 

M-MEDIA: Wie kam es zu dem Wechsel zu ORF III?

Gülgün-Mayr: Ich hatte schon lange auf eine Tätigkeit vor der Kamera hingearbeitet. Das Casting kam also wie gerufen. Als ich dann hörte, dass ich den Job bekommen habe, habe ich nicht lange gefackelt und zugesagt. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung.

Warum verlassen sie – etwas überraschend – die „Heimat Fremde Heimat“- Redaktion?

Das ist eine reine Zeitfrage. Wenn ich ein neues Projekt beginne, möchte ich mit 100 Prozent meiner Kraft und vollem Elan hingehen. Ich möchte alle Ressourcen, die habe dafür nutzen; bliebe ich bei „Heimat Fremde Heimat“, wäre das nicht möglich.

Wie fühlen Sie sich bei dem Wechsel von der Minderheitenredaktion zu einem Mainstream- Format?

Die Arbeit bei ORF 3 wird auf jeden Fall ganz anders als die bei den ORF- Magazinen. Ich freue mich vor allem darauf, nicht mehr nur als Migrantin, sondern als Mensch mit all meinen Fähigkeiten wahrgenommen zu werden. Trotzdem finde ich, dass ich als Mensch mit Migrationshintergrund eine gewisse Verantwortung trage, Integrationsthemen und Menschen mit Migrationshintergrund sichtbar zu machen. Und das wird mir beim ORF 3 wohl genauso gut möglich sein, vor allem bei einem Format wie „Kultur heute“, wo sich alles um Kultur dreht und das den öffentlich-rechtlichen Ansprüchen derart gerecht wird.

Wenn sie rückblickend ihre Karriere betrachten, wie würden Sie ihren Erfolg jetzt einordnen?

Grundsätzlich habe ich das Gefühl, mit allem was ich tue und mit allem was ich erreicht habe, etwas spät dran zu sein. Da wo ich jetzt stehe, wär ich eigentlich schon gern vor zehn Jahren gewesen. Da scheint leider die österreichische Mentalität eine Rolle zu spielen, die dazu neigt, Menschen, die sich mit Integrationsthemen befassen, auf ebendiese Thematik festzunageln.Umso schöner ist, es jetzt beim ORF 3 gelandet zu sein, unter anderem weil hier die Einschaltquoten sekundär sind.  Ich halte „Kultur heute“ für ein zukunftsträchtiges Format, das ich hoffentlich lange begleiten werde.

 


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