Polonika“: Vom Flugblatt zum Hochglanzmagazin

EIn Cover von Polonika - ©polonika.at

15.10.2009 | 14:27 | Almina Mahmutovic

Polonika“ setzt vielfältige Initiativen für die polnische Community in Österreich – auch Sightseeing.

WIEN. Was als doppelseitiges Schwarz-Weiß-Flugblatt mit Kurzinfos und Kleinanzeigen begonnen hat, gleicht heute einem Hochglanzmagazin: „Polonika“, das Monatsmagazin der polnischen Community in Österreich. Nächstes Jahr feiert sie ihr 15-jähriges Bestehen. „,Polonika‘ versteht sich als Nachrichten- und Gesellschaftsmagazin mit dem Ziel, die Integration der Polen in ihrer Wahlheimat zu unterstützen“, so die Eigendefinition der Herausgeber Halina Iwanowska und Slawomir Iwanowski.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Migrantenmedien in Österreich enorm gewachsen – sowohl im TV- als auch im Printbereich. Bei den meisten handelt es sich um relativ junge Medien, die teilweise noch in den Kinderschuhen stecken, manche haben bereits die ersten Gehversuche erfolgreich hinter sich gebracht. „Polonika“ aber hat schon das Teenager-Alter erreicht. Das Magazin zählt zu den ältesten „Ethnomedien“ in Österreich.

„Sie ist in der Nachkriegsgeschichte der Presse die einzige Zeitschrift der österreichischen Polen, die sich über so lange Zeit auf dem Markt gehalten hat“, erzählt Halina Iwanowska. Das Magazin erscheint in polnischer Sprache, wichtige Artikel werden ins Deutsche übersetzt. Es gibt ein fünfköpfiges Redaktionsteam, das fallweise erweitert wird. Iwanowska: „Immer wieder helfen Publizistik- oder Slawistikstudenten aus, manchmal schreiben auch Journalisten aus Polen für die ,Polonika’.“ Thematisch behandelt das Magazin alle wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Ereignisse rund um das Leben der 40.000 in Österreich lebenden Polen. „Während der Migranten-Medienmesse haben wir gemerkt, dass es wichtig ist, auch die zweite Generation anzusprechen, die vielleicht nicht so gut Polnisch spricht bzw. versteht.“ Das Thema „polnische Migranten der zweiten Generation“ ist auch die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe.

Sightseeing durch Österreich

Integration ist dabei ein Thema, das nicht nur in der Zeitschrift stattfindet, sondern auch zu weiteren Aktivitäten geführt hat. So haben die Herausgeber Sightseeingtouren quer durch Österreich organisiert, die sich ausschließlich an Mitglieder der polnischen Community richten, sodass sie ihre neue Heimat näher kennenlernen können. Außerdem organisiert das Ehepaar Iwanowski noch weitere Veranstaltungen für aus Polen stammende Neo-Österreicher: Zum fünften Mal findet heuer der Wettbewerb für polnische Unternehmer statt: Von mehr als 30 Teilnehmern werden insgesamt sechs Sieger in unterschiedlichen Kategorien gekürt.

„Mit diesem Wettbewerb wollen wir das hierzulande vorherrschende Klischee über polnische Unternehmen brechen und zeigen, dass Polen auch sehr erfolgreich auf dem österreichischen Markt unterwegs sind“, erklärt die Herausgeberin. Die Sieger bekommen die Preise am kommenden Freitag in der polnischen Botschaft in Wien überreicht.

Das 40 Seiten umfassende Magazin erscheint zehn Mal im Jahr in einer Auflage von 4000 Exemplaren. Es finanziert sich ausschließlich über Anzeigen polnischer sowie österreichischer Unternehmen. Erhältlich ist es österreichweit in mehr als 200 Trafiken sowie in diversen polnischen Instituten, Geschäften und Lokalen.

(ALMINA MAHMUTOVIC, “Die Presse” Printausgabe vom 14. Oktober


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