Diskriminierung von Migranten: Presserat rügt „Österreich“

Zeitungsausschnitt der Tageszeitung "Österreich"

14.12.2011 | 13:50 | Ania Haar

Artikel der Tageszeitung „Österreich“ über Bandenkriege verstoße gegen Ehrenkodex des Österreichischen Presserats. Zeitung sieht keine Schuld bei sich. „Österreich“ ist nicht Mitglied des Selbstkontrollorgans.

Wien/AHA/APA. Der Österreichische Presserat wirft der Tageszeitung „Österreich“ schlechte Recherche und Ausländerdiskriminierung vor. Der Artikel „Zwei Banden im brutalen Drogenkrieg“ vom 4. Oktober sei geeignet, „das latente Misstrauen der Bevölkerung gegen Ausländer zu verstärken und Fremdenangst zu schüren“, so die Begründung. Beschrieben wurde in dem Artikel ein Vorfall mit Hinweis auf einen angeblich brutalen Drogenkrieg zwischen Tschetschenen und Afrikanern.

Nach der Meldung durch eine kritische Leserin hat der Presserat den Artikel überprüft. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass Behauptungen ohne Angabe zuverlässiger Quellen und sorgfältiger Recherche im Raum stehen. Nur ein Hinweis auf einen „erfahrenen Ermittler“ sei nicht ausreichend. Zudem seien Aussagen wie „Viele Tschetschenen sind Konsumenten oder suchtkrank“ grob verallgemeinernd.

„Von insgesamt 78 Entscheidungen ist es die erste, die zum Thema Diskriminierung von Migranten gefällt wurde“, sagt Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Presserats, „und daher eine grundlegende“. Der Presserat, der über die Grundsätze der journalistischen Arbeit wacht, ist das Selbstkontrollorgan der österreichischen Presse. Allein, „Österreich“ ist nicht Mitglied.

Fellner-Blatt nicht im Presserat

Der Presserat argumentiert sein Urteil unter anderem auch damit, dass „Österreich“ trotz Aufforderung des Senats in seiner Stellungnahme nicht auf inhaltliche Punkte eingegangen sei. Bei „Österreich“ hingegen meint man, dass der Presserat bei Nichtmitgliedern gar nicht zuständig sei. Deswegen habe man keine Notwendigkeit gesehen, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

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Tageszeitung Österreich – Zwei Banden im brutalen Drogenkrieg


2 Kommentare

  • juri

    Wenn man Skinheads als Nazis bezeichnet ist das auch für die Hälfte der Skins Diskriminierend und hat schon manchen das Leben gekostet.Es gibt betont Anti Rassistische,Schwarze und ob sies glauben oder nicht auch Jüdische Skinheads.Die werden aber natürlich auch als Nazis beschimpft.Was machen sie dagegen? http://www.youtube.com/watch?v=ufKb5M9Uj4E&feature=related Geschrieben um 14. Dezember 2011 um 21:11 Antworten
    • Ania Haar

      Danke für das Kommentar! Wir können uns gerne drüber unterhalten....a.haar Geschrieben um 16. Dezember 2011 um 09:05

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