“Nu”: Das jüdische Magazin feiert 50ste Ausgabe

Hedy Lamarr - Lady Bluetooth am Cover des aktuellen NU Magazin
WEITERE INFORMATIONEN UNTER:

18.12.2012 | 21:59 | Ania Haar

Das jüdische Magazin für Politik und Kultur hat seinen festen Platz in der österreichischen Medienlandschaft gefunden – und feiert nun ein besonders Jubiläum.

Als im April 2000 die erste Ausgabe des Magazins „Nu“ unter dem Titel „News über uns“ erscheint, erfährt der Leser nicht, wer die Artikel geschrieben hat. Mit Martin Engelberg macht sich nur ein einziger Autor in einem Kommentar mit seinem Namen kenntlich. Als Herausgeber fungiert eine „Arbeitsgemeinschaft jüdisches Forum“ mit einem Postfach im ersten Wiener Bezirk.

Einer der Gründe, warum sich die Redaktion bedeckt hält, ist ganz banal: Es sind nur so wenige Mitarbeiter. Diese Zeiten sind mittlerweile vorbei. Das Magazin erscheint seit mittlerweile zwölf Jahren vierteljährlich mit einer Auflage von 4400 Stück. Zunächst dazu gedacht, die jüdischen Gemeindemitglieder über „die tatsächlichen Vorgänge in der IKG (Israelitische Kultusgemeinde) zu informieren“, wie es in der ersten Ausgabe heißt, und so eine Gegenstimme zum offiziellen IKG-Organ „Die Gemeinde“ zu schaffen, richtet sich das Magazin heute längst nicht mehr nur an Juden in Österreich. Zielgruppe sind mittlerweile alle, die an jüdischen Fragen interessiert sind.

Prominente Autoren

An das dauerhafte Bestehen des Magazins haben seine Macher zu Beginn nicht so wirklich geglaubt. Doch heute scheint es, als hätte man es doch geschafft, die Leser zu überzeugen. Das Magazin erscheint bereits zum 50.Mal.

Möglich wurde dies auch durch die Mitwirkung prominenter Autoren – unter anderem schrieb auch „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak zahlreiche Artikel. Besonders ein Interview, das Helene Maimann im September 2003 führte, bescherte dem „Nu“ weltweite Resonanz. Darin hatte der steirische Sportfunktionär Alfred Gerstl über seinen Schützling Arnold Schwarzenegger geplaudert – er soll 1964 geholfen haben, einen Neonaziaufmarsch in Graz auseinanderzutreiben. Gut für Schwarzenegger, denn er stand zu diesem Zeitpunkt gerade im Wahlkampf für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien – und seine Kritiker warfen ihm angebliche antisemitische Äußerungen vor.

Mittlerweile hat das „Nu“-Team auch keine Probleme mehr, die Namen der Mitarbeiter zu nennen. Seit 2002 ist Peter Menasse Chefredakteur. Und künftig wird mit Ida Labudovic eine M-Media-Mitarbeiterin die Rolle als Chefin vom Dienst übernehmen.


Kommentieren Sie den Artikel





Weitere Artikel von Ania Haar