Wie wird das Thema ethnische Diversität in der österreichischen JournalistInnenausbildung gehandhabt?
In den letzten zehn Jahren haben die Themen Diversität, Migration und Integration in österreichischen Mainstream-Medien an Bedeutung zugenommen. Während sich Medienunternehmen zunehmend Gedanken darüber machen, wie sie Vielfalt in ihre Redaktionen bringen können, gibt es für JournalistInnen kaum Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu den Themen rund um Migration und Diversität. Die LeiterInnen österreichischer JournalistInnenausbildungsstätten verraten diesbezügliche Zukunftspläne ihrer Institutionen.
Über drei Monate hinweg wurden österreichische Print- und Onlinemedien nach Texten zum Thema Migration durchsucht und gefiltert. Dies geschah im Wege der klassischen Medienbeobachtung durch LektorInnen und durch automatisierte Suchalgorhytmen im Web. Die Analyse umfasst sämtliche österreichische Printmedien von öffentlicher Relevanz (rund 2350) sowie klassiche Websites und Blogs und Social Websites wie Twitter und Facebook und damit das breite Mediapanel des »OBSERVER«. Mag. Florian Laszlo präsentiert die Ergebnisse der spannenden Studie bei der Medien.Messe.Migration.
Jedes Jahr werden in Österreich innovative Ideen aus den Bereichen Migration, Integration und Medien von engagierten Menschen, NGOS und öffentlichen sowie privaten Institutionen umgesetzt. Auf der Medien.Messe.Migration bekommen einige dieser kreativen Köpfe die Möglichkeit ihre Ideen, Projekte und Werke vorzustellen.
In den österreichischen politischen Parteien heisst es “MigrantInnen sind willkommen”. Kaum verwunderlich. MigrantInnen erschließen auch neues WählerInnenpotenzial. Doch schon ein Blick in die Vorfeldorganisationen bringt Ernüchterung. Kaum politische Parteien trauen sich gezielt MigrantInnen anzusprechen. Sind junge PolitikerInnen mit Migrationshintergrund Konkurrenz oder vielleicht doch nicht willkommen? Welche Strategien haben politische Parteien um mehr Diversität in die Nachwuchsgeneration zu bringen? Junge PolitikerInnen erklären uns ihre Strategien.
Unabhängig von Integrationsdiskussionen entwickelt sich das bilaterale Business vorbildhaft. Sind die türkischen MigrantInnen eine Belastung oder eine Bereicherung für die österreichischen Interessen in der Türkei? Lothar Fischmann, Präsident des Vereins “Österreichisch-Türkische Zusammenarbeit” (ÖTZ) im Gespräch mit Thomas Karabaczek, Ressortleiter Wirtschaft der APA .
Anfang 2011 warf Puls 4 eine “Austria’s Next Topmodel Kandidatin” aus der Sendung, weil sie rassistische Äußerungen getätigt hatte. Die Ausstrahlung des Senders sorgte für heftige Diskussionen. Quotengeilheit oder verantwortungsvolle Reaktion des Privatsenders? Puls4 Geschäftsführer Markus Breitenecker spricht mit M-MEDIA Chefredakteurin Clara Akinyosoye über mediale Vielfalt und die gesellschaftliche Verantwortung von Privatsendern.
MigrantInnen sind nicht nur zu einem intensiv untersuchten Gegenstand der Forschung avanciert, sie werden auch zunehmend von Wirtschaft und Medien als potenzielle Zielgruppen entdeckt. Gesellschaftliche Vielfalt ist nicht nur ein Thema für die Medien, sondern ein ökonomischer Faktor. Der Konkurrenzdruck am Medienmarkt wächst kontinuierlich, aber es ist zu fragen, ob auch ein Kampf um die Gunst von MigrantInnen geführt wird. Dabei sollte es aber nicht nur um Quoten gehen, sondern um die Interessen der migrantischen RezipientInnen: den Abbau diskriminierender Inhalte und eine breite Auseinandersetzung mit Vielfalt in der Gesellschaft. Denn eine Reduktion von Diversität auf marktwirtschaftliche Strategien wird weder dem Gegenstand noch den potenziellen Zielgruppen gerecht.
Im vergangenen Jahr wurden MigrantInnen zunehmend zum Ziel von Markt- und Meinungsforschungsinstituten. Was sind die Beweggründe dafür? Ticken MigrantInnen anders als Bio ÖsterreicherInnen?
Sehr selten informieren Medien uns über die Art und Weise wie sie uns informieren. In unserer Gesellschaft besitzen Medien das Monopol der Information über Ihr Tun und Nicht-Tun. Unter welchen Bedingungen JournalistInnen bestimmte Informationen preisgeben und welche sie zurückhalten, wird selten thematisiert. Außerdem wird über die Beeinflussung durch Dritte wie z.B. WirtschaftsakteurInnen, Politik oder religiöse Gruppen in der Regel bewusst bzw. unbewusst geschwiegen. In den letzten Jahren sind mehrere Plattformen entstanden, deren Ziele die aufmerksame Beobachtung des Wirkens von JournalistInnen und Medien und die Bekämpfung der Verblödung von MedienkonsumentInnen sind. Wie arbeiten diese Plattformen? Welche Herausforderungen gibt es und wie sieht die Zukunft der einheimischen Medien zum Thema Medienkritik aus?
Die Zahl der MigrantInnen, die in österreichischen Mainstream Medien tätig sind (< 0,49%) entspricht in keiner Weise der in Österreich lebenden Menschen verschiedenster Herkunft (17%). Auch in der Berichterstattung besteht ein deutliches Defizit medialer Integration. Kann eine Quotierung dem entgegenwirken? Führt die Quote ganz im Gegenteil zu einer Bevorzugung einer bestimmten Gruppe? Welche politischen Instrumente können in Medienunternehmen eine Kultur und ein Klima schaffen, in dem die Potentiale von MigrantInnen erkannt und genutzt werden? Könnte die Koppelung der Presseförderung an MigrantInnenquoten eine Wende bringen?