Mediendarstellung: Warum fahren nur hellhäutige Menschen Fahrrad?

Beim Radfahren lernen - ©Stadt Graz/Fischer

07.06.2013 | 14:55 | simon INOU

Die Wiener Radwoche findet von 10. bis 16. Juni 2013 statt. Rund um diese Woche gibt es eine Menge von Aktivitäten, die von und in der Stadt durchgeführt werden. Die Medien spielen dabei eine wichtige Rolle. Neu erschienen nennt sich URBAN CYCLE “Das Magazin zum Radjahr 2013” und präsentiert Wiener RadfahrerInnen ohne Berücksichtigung der Diversität der Wiener Bevölkerung.

Plädoyer für die Darstellung von Diversität in der Mobilitätsfrage 

Das 32-seitige Magazin erscheint mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien und hat eine Auflage von 160.000 Stück. Die LeserInnen bekommen unter anderem einen Überblick über das Programm der Radwoche Wien, lesen Porträts von “Wiener Promis auf zwei Rädern” und international wird über die beste Radstadt der Welt berichtet.

Die Publikation wurde von SPORTaktiv, einem Unternehmen der Styria Multi Media (Die Presse, Kleine Zeitung, Wiener, Wienerin…) produziert und am 5.6.2013 als Beilage in der Tageszeitung Kurier (Raiffeisenkonzern, Mediaprint…) verbreitet.

Das Blatt zeigt ein eintöniges und meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemässiges Bild vom Radfahren in Wien, wo laut Statistiken 44 Prozent der BewohnerInnen einen Migrationshintergrund haben.

Ausserdem reflektiert das Magazin nicht die Diversität des Radfahrens in Wien: Wo sind die Menschen mit Behinderungen, wo die sichtbaren Minderheiten? Beim Lesen hat man den Eindruck, dass in Wien Menschen mit Migrationshintergrund nicht Fahrrad fahren Es ist wirklich schade, dass 44 Prozent der WienerInnen in dem Blatt nicht vertreten sind.

Die Stadt Wien als stärkste multikulturelle Stadt des Landes sollte meiner Meinung nur Medienprojekte fördern, die das Kriterium der Repräsentativität der Diversität im Sinne von Alter, Behinderung, ethnischer Zugehörigkeit, Gender, sexueller Orientierung und Weltanschauung tatsächlich umsetzen, und nicht solche, die ein Bild verbreiten, das nicht der Realität entspricht.

Übrigens gibt es auch Promis mit Behinderung, mit ethnischen Zugehörigkeit, mit anderer Weltanschauung und mit anderer sexueller Orientierung. Es ist nicht so schwer, dies in den Medien zu zeigen. Die Stadt Wien weiß es, weil sie im Bereich Medien und Diversität viele Projekte unterstützt und unterstützt hat. Die Erfahrung ist vorhanden und leichter umzusetzen als man glaubt.


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