Integration im Rückblick: “N*-Oide“, ORF-Revolutionen & Sebastian Kurz

Integration Symbolbild - ©Mili Flener

26.12.2011 | 12:36 | simon INOU

Eine Afro-Österreicherin wird Austria’s Next Topmodel, ein langersehntes Staatssekretariat für Integration wird eingerichtet, Wien Heute erscheint auf Türkisch und ein neuer Integrationsbericht wird präsentiert. In Sachen Integration, Migration und Diversität hat sich in Österreich bis zur Jahresmitte schon wieder viel getan. M-MEDIA präsentiert eine Chronologie.

17.01.

Magalie Berghahn, eine Kandidatin der Puls 4 Sendung “Austria´s Next Top Model” bezeichnet ihre schwarze Konkurrentin Lydia Nnena Obute als N* Oide. Frau Berghahn wird daraufhin aus dem Wettbewerb ausgeschlossen und Puls4 veranstaltet am 20.1 eine Diskussion in Talk of Town, wo über das Geschehene gesprochen wird. Clara Akinyosoye, Chefredakteurin des Jahresberichts Schwarze Menschen in Österreich thematisiert dort den Rassismus in der Gesellschaft und den Mainstream-Medien.

30.01.

Ein im Rahmen des ORF-Österreichbild produzierter Dokumentarfilm über Beatrice Achaleke, die Obfrau von AFRA (International Center for Black Women’s Perspectives) und schwarze Österreicherin aus Kamerun wird auf ORF 2 gesendet.

21.02.

Claudia Unterweger, die afro-österreichische FM4-Moderatorin präsentiert erstmals die ORF ZIB Flash.

27.02.

Lydia Nnenna Obute, eine Österreicherin mit nigerianischen Wurzeln wird Austria´s Next Top Model 2011

03.03.

Die Zeitschrift ” Integration in Fokus” des österreichischen Integrationsfonds erscheint erstmals als Beilage in der Tageszeitung Kurier.

21.03.

Der ZARA Rassismus-Jahresbericht 2010 wird präsentiert. Der Befund: Diskriminierungen aufgrund des Kopftuchs und Internet-Rassismus wurden im Jahr 2010 vermehrt gemeldet.

22.03.

Hakan Eskiöncü, Journalist und Ethnomarketingexperte stirbt im Alter von 48 Jahren. Der Basketballspieler, Gründer der Agenturen „Ethnomedien“ – http://www.ethnotimes.at – und „Turklook“ war auch Korrespondent von Hürriyet, einer der auflagenstärksten türkischen Tageszeitungen in Wien.

24.+ 25.03.

Der World Diversity Leadership Summit (WDLS) findet zum zweiten Mal in Wien statt. Entscheidungsträger etwa aus Wirtschaft, Medien, Politik nehmen an dem zweitägigen internationalen Kongress teil. Organisiert wird der WDLS von AFRA (International Center for Black Women’s Perspectives). Beatrice Achaleke –  die Obfrau von AFRA – holte den Diversitygipfel, der jährlich in den USA stattfindet, 2010 nach Europa.

06.04.

Die Tageszeitung “Heute” startet eine Kooperation mit “Kosmo”, dem Monatsmagazin für Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien in Österreich. Kosmo-Redakteure berichten auf mehreren Seiten in der Heute über Migrationsthemen. Die Kooperation soll sich über das ganze Jahr erstrecken und umfasst insgesamt vier Ausgaben.

15.04.

dastandard.at, die Onlineredaktion, die aus Journalisten mit Migrationshintergrund besteht, erhält den Civis Online Medienpreis. Der CIVIS Medienpreis zeichnet die besten Programme zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt in Europa aus. Nominiert wurden 3 Webprojekte aus Wien. Darunter auch dasbiber.at, die Onlineseite des transkulturellen Monatsmagazin biber.

18.04.

Die regionale Kleine Zeitung berichtet nach dem Abgang von Josef Pröll exklusiv über die neuen ÖVP Minister. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wird es ein Integrationsstaatssekretariat geben. Es soll von dem jüngsten Regierungsmitglied aller Zeiten besetzt werden: Sebastian Kurz (24). Seine Bestellung und Person werden daraufhin heftig kritisiert.

18.04.

Das Praxisbuch “Diversity Management”, das von der Beratungsfirma Pauser&Wondrak herausgegeben wird, wird in der Wirtschaftskammer Wien präsentiert. Das Buch soll Unternehmen dabei unterstützen effektiv Diversity Management zu betreiben. 36 AutorInnen geben in dem Sammelband ihre Expertisen weiter.

21.04.

Sebastian Kurz wird vom Bundespräsidenten Heins Fischer als Integrationsstaatssekretär angelobt. Der Bundesobmann der Jungen ÖVP (JVP) war vor bis vor einigen Tagen in der “Integrationsszene” kaum bekannt.

12.05

Der ORF gibt bekannt, dass Ani Gülgün-Mayr, langjährige Journalistin mit türkischen Wurzeln eine werktägliche Kultur auf ORF 3 moderieren wird. Gülgün-Mayr arbeitet seit Jahren in der Heimat, Fremde Heimat-Redaktion.

15.05

Das „Wien heute-Haber Magazin“, ein in deutscher und türkischer Sprache produziertes Magazin, das sich an Türken, Österreicher mit türkischen Wurzeln und auch an Österreicher richten soll, wird von ORF in Kooperation mit dem Community TV Okto gestartet. Die Sendung wird von ORF Wettermoderatorin Eser Akbaba in türkischer Sprache moderiert und wöchentlich auf Okto ausgestrahlt.

04.06

Bei der Regierungsklausur am Semmering (NÖ) wird beschlossen, dass bis zum Winter 2011 ein Bundesamt für Asyl und Migration geschaffen werden soll.

08.06

Zum zweiten Mal wird der Österreichische Integrationspreises vergeben. Die Festlichkeiten finden im Festsaal des Wiener Rathaus statt.

15.06

Die neue Medien-Servicestelle – “Neue Österreicher” wird gelauncht. Das Portal für Journalisten soll ihnen schnell verfügbare Informationen zu Themen rund um Migration und Integration liefern.  Auch bei der Recherche und Kontakten in migrantischen Communities bietet die Servicestelle Unterstützung.

16.06.

Der zweite Jahresbericht zur Situation von Schwarzen Menschen in Österreich wird im Parlament vorgestellt. Der Schwerpunkt des diesjährigen Berichtes ist Bildung.

06.07.

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP), Integrationsexpertenratsleiter Heinz Fassmann und Stephan Marik-Lebeck (Statistik Austria) präsentieren den Integrationsbericht 2010 sowie das Jahrbuch Integration und Migration. Der Integrationsbericht enthält 20 Voschläge. Das Maßnahmenprogramm wird von verschiedenen Seiten gelobt, etwa in den Bereichen Bildung und interkultureller Dialog. Die Abwesenheit von Antidiskriminierungsmaßnahmen rief allerdings Kritiker – etwa NGO’s – auf den Plan.

27. u. 28. 09.

Die von M-MEDIA organisierten Medien.Messe.Migration findet zum ersten Mal im Rahmen der österreichischen Medientagen in der Wiener Stadthalle statt. Bilanz 2011:  71 ReferentInnen, 15 ausstellende Medien und Institutionen, 11 Präsentationen, 7 Podiumsdiskussionen, 7 Talks und 1040 BesucherInnen in 2 Tagen.

06.10.

Zum ersten Mal wird ein Buch zum Thema “Ethnomarketing in Österreich” im Lesesaal der Universitätsbibliothek präsentiert. Aus der Internetseite der AutorInnen ist folgendes zu lesen: “Die Autoren Manuel Bräuhofer & Roxanna Yadollahi-Farsani sprachen über Ethnomarketing, unterschiedliche Communities und über die wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Vorteile dieser Marketingstrategie. Die Publikation ist die erste, zum Thema Ethnomarketing welche die wesentlichen Fragen in Bezug auf ethnische Communities und deren gezielte Ansprache in Österreich beantwortet. ”

12. 10.

Staatssekretär für Integration Sebastian Kurz startet die Aktion Zusammen:Österreich. Damit werben 100 Integrationsbotschafter an Schulen für erfolgreiche Integration. http://www.facebook.com/zusammenoesterreich

20. 10.

TU WIEN, 14h – Präsentation der Studie ” Zukunft.Werte.Europa. Die Europäische Wertestudie 1990-2010: Österreich im vergleich.Insgesamt nahmen 67.774 Personen zu 136 Fragen Stellung.  Österreich steht an der Spitze der EU Länder, die ein  Nein zu allem “Fremden” – Zuwanderer, Minderheiten, Randgruppen sagen.

06. 11.

Nationalrat beschliesst die Einführung des AMS-Migrantenindex. Laut der SPÖ-ÖVP Bundesregierung können künftig alle Personen mit Migrationshintergrund beim AMS gezielt betreut werden. NGOs befürchten dadurch das Kategorisieren und Schubladisieren von MigrantInnen am Arbeitsmarkt.

15. 11.

dastandard.at erscheint zum ersten Mal in gedruckter Form. Vier Sei­ten, vier Mal im Jahr. Die eth­nisch viel­fäl­tige Online­re­dak­tion berich­tet seit bald zwei Jah­ren regel­mä­ßig über The­men der Inte­gra­tion und Migra­tion.

24. 11.

Präsentation der Studie  ” The Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Austria” von Karolin Krause und Thomas Liebig. Fazit: Österreich hat mit 17 Prozent der Gesamtbevölkerung mehr Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter als viele andere OECD-Länder. Gleichzeitig ist der politische Rahmen für Integrationspolitik in Österreich weniger entwickelt als in einer Reihe anderer OECD-Länder.

 

 

 

 


ein Kommentar

  • Simon

    Netter Post. Sicher kein Fehler, sich mit dem Thema näher auseinander zusetzen. Werde auch die nächsten Artikel im Auge behalten. Geschrieben um 7. August 2011 um 15:40 Antworten

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