No Mohr: Das neue antirassistische Logo des Vorarlberger Mohrenbräu

No Mohr - ©simon INOU & Mara Niang
Mohrenbräu1834 - Das originale Logo
simon INOU
  • simon INOU is a journalist. He studied Sociology in Cameroon and Journalism at the main University of Vienna, in Austria. From 1992 to 1995 he was co-founder and editor of “Le Messager des Jeunes”, Cameroon´s first youth newspaper. Between 1999 and 2005 he was Chief Editor of Radio Afrika International and of “Informationsportal Afrikanet”. Later Mr. Inou became the project director of BLACKAUSTRIA (blackaustria.at) and took part in the campaign against prejudice towards black people living in Austria. Later BLACKAUSTRIA was also introduced in Germany, Switzerland and the U.S.
  • He has initiated numerous Public Awarenes Campaign against Anti-Black Racism and Discrimination in Austria such as Mein Julius (www.meinjulius.at), BlackAustria (www.blackaustria.at),
  • Mr. INOU is currently the CEO of M-MEDIA the Diversity Mediawatch Austria, an association aimed at promoting interculturality in Austrian Mainstream Media and which is also responsible for the weekly section on integration/Inclusion of Migrants in the newspaper “Die Presse” (http://www.diepresse.com/integration).
MARA NIANG
  • Serigne Mor NIANG, known as Mara was born on 1972 in Thiès, Senegal. He lives and works between Switzerland, Senegal and Austria. Graduated from the Art School “Ecole des Beaux Arts” of Dakar, He was trained at the University of Art and Industrial Design of Linz, Austria. He also holds a Master degree in Digital Fine Art Academy of “Académie des Beaux-arts” of Vienna. From video to design, Mara’s works are exhibited in Africa and the rest of the world including the Biennale Dak'art 2006 Tanners Workshop in Brussels and VCOE Exnergasse WUK Kunsthalle in Vienna, Den Hvide Kødby / White Meat City in Copenhagen, Denmark. Mara was awarded the Prize of the President of the Republic of Senegal for the logos of the Senegalese Government. Polyvalent artist and famous designer, Serigne Mor Niang is distinguished by his thirst for knowledge. In his work, one can feel the touch of the intellectual quest of knowledge. In the fashion as in the video, he remains a committed artist, not devoid of civic sense and critical. His work is poetry of existence. It reflects the emotions and feeling of human being. The reality of everyday life is his main inspirational source.
     
Über das Logo!!!
  • Bitte kein Amalgam: "No Mohr" hat eine Trippel Bedeutung
  • 1- nicht mehr (english)
  • 2- nicht Mohr (deutsch)
  • 3- Dann auch noch akustisch "nicht mehr Mohr"
Und wir meinen nicht, dass Mohrenbräu das Wort "Mohren" auf "No Mohr" ändern soll, das wäre lächerlich. "No Mohr" ist eine Mitteilung an die Mohrenbrauerei, und der "Affenbrotbaum" im Logo eine Alternative. Mara Niang/simon INOU

18.11.2012 | 21:30 | REDAKTION

Enorm wulstige Lippen – auch Schlauchbootlippen genannt, krauses Haar, affenartige Gesichtszüge, markante Nase. Das sind stereotypische Charakteristika von Schwarzen, wie sie in Vorarlberg tagtäglich im öffentlichen Raum verbreitet werden.

Seit 83 Jahren hat die M*Bräu Brauerei VorarlbergerInnen in Bezug auf die Verbreitung von Rassismus in Geiselhaft genommen. Das bekannte Logo dieses Unternehmens findet sich nicht nur auf dem Bier sondern auch auf verschiedenen Merchandising-Produkten wie T-Shirts oder Jacken, Flaschenöffner, Aschenbecher, MP3-Player, Regenschirmen, Rucksäcken, Bierkrügen, Modellautos, LKW’s, Marmeladegläsern, Blumenvasen, uvm.

Das Logo von M* Bräu wird seit Jahrzehnten so massiv und selbstverständlich verbreitet, dass viele ÖsterreicherInnen insbesondere die VorarlbergerInnen auf die rassistische Stereotypisierung gar nicht aufmerksam werden. Das Logo erscheint als normale Tradition und ist darüber hinaus sogar positiv besetzt. Es ist sogar von manchen schwarzen Menschen bereits verinnerlicht worden.

Susan Arndt, die deutsche Anglistik- und Afrikawissenschaftlerin mit Schwerpunkt Literatur und Autorin des Referenzwerkes „Wie Rassismus aus Wörtern spricht – (K)erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk“ sagt “›M.‹ ist die älteste deutsche Bezeichnung, mit der Weisse Schwarze Menschen als anders konstruiert haben. Der Begriff wurde aus anderen europäischen Kontexten übersetzt, und geht etymologisch sowohl zurück auf das griechische moros, das ›töricht‹, ›einfältig‹, ›dumm‹ und auch ›gottlos‹ bedeutet.”

Seit mehreren Jahren versuchen verschiedene Organisationen, Antirassismus AktivistInnen mit der Firma in Kontakt zu treten um anzuregen dieses rassistische Logo zu ersetzen genauso wie über den Namen des Biers zu sprechen, ihm eine andere Bedeutung zu geben. Erfolglos. Obwohl das Unternehmen das Logo seit 1930 mehrmals modifiziert hat, und ein nach Aussen modernes Bild darstellt.

Der Journalist simon INOU und der Künstler Mara Niang haben ein neues Logo von M*Bräu entworfen, in dem sowohl der Name des Biers, als auch das Logo umgewandelt wurden. “Wir wollen an die österreichische Bevölkerung appellieren den Rassismus im öffentlichen Raum zu bekämpfen und sich für einen respektvollen Umgang mit BürgerInnen aus der ganzen Welt, die in Österreich ihr Zuhause gefunden haben zu engagieren. Wir sind der Meinung die aktuelle Bezeichnung M*Bräu und das Unternehmenslogo müssen den Gegebenheiten einer modernen, vielfältigen und toleranten Gesellschaft angepasst werden.“

Das von INOU und Niang entwickelte Design trägt den Namen “NO MOHR”. Das Logo zeigt einen Baobab. Der Baum gilt in vielen afrikanischen Gesellschaften als Symbol für Schutz, Ruhe und als Ort für Gespräche. Aus den Früchten und kernen werden Getränke und Öl hergestellt.

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No Mohr Facebook Gruppe 

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Antirassistisches Logo zum downloaden (pdf)

 


10 Kommentare

  • Thomas

    Wer hinter diesem Bild keinen Rassismus sieht, der wird ihn nie sehen. Wie deutlich muss er denn für die Ignoranten sein? Es geht auch nicht allein darum, Rassismus aufzuzeigen, wichtiger wäre es, darüber zu sprechen. Und dabei auch mal rassistische Bilder und Texte einzugestehen. Nur dann kann sich auch etwas ändern. Wenn man immer nur ausweicht - oder gar versucht, den Spieß herumzudrehen - dann wird sich auch nie etwas tun. Die Arbeit von Simon Inou ist gut und auch sehr notwendig. Herzliche Grüße, Thomas Geschrieben um 4. Dezember 2012 um 14:56 Antworten
  • Geronimo Noah Hirschl

    Die Opfer-Täter-Umkehr funktioniert in Österreich so wunderbar. Mir kommt gleich der Kaiserschmarrn hoch - oder was gibts in Vorarlberg? Käse? Simon Inou als Rassisten zu bezeichnen ist ja wohl an dummdreister Einfältigkeit nur mehr von Hr. Lhm. Dörfler zu übertreffen, der aber wenigstens an einem richterlich bescheinigten Idiotismus leidet. Der Name Mohr als Markenursprung - OK. Dennoch im 21.Jhd eine Überlegung wert, ob das noch zeitgemäß ist, angesichts des rassistischen Kontext, in den es gestellt werden KANN. Die Wort-Bild-Marke mit dem Logo, welches sich rassischer Stereotype bedient, ist in ihrer Einheit heutzutage rechtlich gar nicht mehr tragbar. Im 19.Jhd mag das noch eine super Marketingstrategie gewesen sein. Heute nicht mehr. Ist halt so. Da hilft auch das lächerliche pochen auf Tradition usw. nicht weiter. Eine Frage stellt sich in diesem Zusammenhang immer: welche Tradition ist es wert, bewahrt zu werden - welche nicht? Eine kleine Analogie: früher hatten Autos keine Gurte, dennoch kam man zu der Überzeugung, dass es besser wäre sie im Sinne der Sicherheit einzubauen. Seit dem retten sie Menschenleben. Also: lernen sollte man immer wieder mal etwas neues hinzu. Kann hilfreich sein. Im Endeffekt müsste man das Ding (Mohrenbräu plus Logo) nur beim internationalen Gerichtshof für Menschenrechte anzeigen und die Brauerei geht ganz einfach, still und leise an den Strafen pleite - wenn sie sich dann noch querstellen sollte. Wer meint, dass das Thema die Aufregung nicht wert sie: RICHTIG. Ändern sie das Logo, Thema beendet. Und danach wird man sehen: so schwer war das gar nicht. Prost nach Xiberg - habt ihr keine größeren Sorgen in einem Bundesland mit so hohen Selbstmordraten? Geschrieben um 21. November 2012 um 19:31 Antworten
    • alina

      Herr Inou ist vielleicht kein Rassist, seine Sichtweise wirkt verdächtig totalitär. Wer sich nicht an seine Sprach-regelungen hält, bekommt Probleme mit ihm. Hier kennt er 0 Toleranz. Wenn er so sensibel ist, wieso versucht er sich nicht in Menschen hineinzuversetzen. Man kann nicht einfach unsensibel fordern, das andere ihre Traditionen etc von heute auf morgen ändern. In wievielen Ländern auf der Welt wäre das möglich?? @Rassismus: in der Psychologie wird angenommen: wenn man sich mit einem Them intensiv auseinandersetzt- hat es viel mit einem zu tun. Wer gegen etwas im Aussen kämpft, bekämpft es auch auf anderer Ebene im Inneren. wer Eigenschaften bei sich fürchtet, lehnt sie bei anderen vehement ab. Siehe Homophobie!!! Und es muss nicht Rassismus sein, es kann auch einfach, das Nichttolerieren von Andersartigkeit sein. Abgesehen, das man meiner Erfahrung nach bei vielen Antirassisten auch eine Art Rassismus beobachten kann - oft sehr versteckt- sei es gegenüber der Mehrheitsgesellschaft,Amerikanern,Russen, Deutschen oder oft gegenüber Juden (hört man bei Personen aus Afrikan oft, und nicht nur die Nation of Islam-Anhänger)- recherchieren sie doch! Geschrieben um 22. November 2012 um 22:00
  • gaba

    ocupez vous des choses serieuses monsieur Inou. cette biere c est pas un problème Geschrieben um 21. November 2012 um 11:59 Antworten
    • simon INOU

      simon INOU

      vous devriez avoir honte de vous cacher et de vociférer du n´importe quoi. Bande de profiteurs et de parvenus. Geschrieben um 5. Dezember 2012 um 16:17
  • René Kaspar

    Es ist teils nicht mehr einfach zu erkennen, wer nun rassistisch ist. Ist es die Brauerei die seit 178 Jahren einen "Mohr" im Namen trögt und ein Logo ihr eigen nennt, dass wohl kaum einer mit dem Stereotyp eines Schwarzen in Verbindung gebracht hätte, oder Herr Inou der doch sehr eindeutig klarstellt wie wir über Schwarze denken. Ich schätze den Kampf gegen Rassismus sehr und bewundere alle die die Stärke haben, sich diesem Kampf zu stellen, aber in diesem Fall bin ich mir ganz und gar nicht sicher ob sie auf der richtigen Seite stehen. Dennoch, Hochachtung vor ihrem Einsatz, aber in diesem Fall kann ich nicht mit ihnen übereinstimmen. Was mir nicht gefällt, ist die Aggressivität mit der sie ihre Meinung hier vertreten und ich würde mir wünschen, dass sie erklären warum sie als Afrikaner dieses Bild rassistisch empfinden ( ein altgriechisches Wort reicht da nicht aus, da eine Bedeutungsveränderung von Worten ein normaler Vorgang der Sprachentwicklung ist) und nicht versuchen zu beweisen, wie rassistisch eigentlich andere sind. Geschrieben um 20. November 2012 um 13:59 Antworten
  • Egon Müller

    So ein Schwachsinn. Super recheriert Herr selbsternannten Journalist. "Mohr" ist der Familienname, deshalb auch "Mohrenbräu". Schon alleine deshalb besteht absolut keine notwendigkeit, den Markenname zu ändern. Und das Logo passt so. Geschrieben um 20. November 2012 um 12:05 Antworten
    • simon INOU

      simon INOU

      1-War Herr Mohr ein Schwarzer? Nein. 2-Und warum wird das dumme Bild eines Schwarzen benutzt? 3-Warum wird ein Bild des Gründers der Brauerei nicht benutzt? Geschrieben um 20. November 2012 um 12:31
    • Dagmar Preinerstorfer

      Autsch!!!! "das dumme Bild eines Schwarzen" Also, das nenn ich jetzt wirklich rassistisch. Sie wollen sagen, daß jeder, der dieses Sujet benutzt, glaubt, Schwarze wären dumm???? Oder interpretiere ich da jetzt was in ihre Worte rein. Egal, ich würde das Gleiche machen wie Sie, der in ein Bild etwas Rassistisches hineininterpretiert. Geschrieben um 21. November 2012 um 15:52
  • Dominik Rudisch

    Sich über das Logo und den Namen aufzuregen... Solche Sorgen möcht ich haben, dann hätt ich nämlich keine. ZB heißt ein ehemaliger Lehrer von mir mit dem Familiennamen ebenfalls Mohr. Muß der etwa auch seinen Namen ändern lassen, um nicht Rassismus zu üben? Es wäre wohl sinnvoller, sich umzusehen, wo Rassismus tatsächlich stattfindet, anstatt mit solchen Mickymaus-Gschichterln Punkte sammeln zu wollen... Geschrieben um 19. November 2012 um 22:10 Antworten

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