Porträt: Die Psychologin der Grünen

Marie Edwige Hartig (c) Haar

21.08.2013 | 13:34 | Sarah Farukuoye

Marie- Edwige Hartig ist seit 2009 Grüne Gemeinderätin in Linz. Die Psychologin, die sich selbst als Austro-Bamileke bezeichnet, war schon früh politisch engagiert.

Sie liebt Obstknödel und kann auch von anderen österreichischen Mehlspeisen wie Kaiserschmarren und Apfelstrudel nicht die Finger lassen. Und sie kocht gern kamerunische Gerichte – Nkui, Schwarze Bohnen und Couscous. Marie Edwige Hartig hat auch ein Leben außerhalb des Linzer Gemeinderats. Die 33 jährige Grüne-Politikerin wurde 1980 in Bafoussam, der Hauptstadt Westkameruns geboren und bis zu ihrem achten Lebensjahr aufgewachsen. Hartig bekennt sich neben ihrer österreichischen auch zu ihrer bamilekischen Identität. Die Oberösterreicherin bezeichnet sich selbst als Austro-Bamileke. Die Bamilleken sind ein Volk in Westkamerun.

Quereinstieg

In Linz war sie zum ersten Mal mit sieben Jahren. Nach der Matura war Hartig im Vorstand der “Black Community” OÖ engagiert, dem Dachverband afrikanischer Kulturvereine. Dort entdeckte sie auch ihre ersten Qualitäten für die Tätigkeit in der Politik. Hartig war während ihrer Studienzeit auch Vorsitzende der PLAST, der studierenden Fraktion des Berufsverbands österreichischer PsychologInnen. Für die Politik interessiert sich Hartig schon immer, erzählt die Grüne. Und seit ihrer Jugend ist sie auch tatsächlich politisch aktiv. Aber damals „noch nicht parteipolitisch“, wirft Hartig ein. „Ich bin für das, was mich betroffen und interessiert hat eingetreten. Ich war unter anderem bei vielen Demonstrationen für Schulreformen oder gegen das Atomkraftwerk dabei, genauso wie ich in der Schulzeit auch viele Unterschriftensammelaktionen gemacht habe“, erzählt Hartig, die von ihren Freunden Toutou genannt wird.

Seit 2008 ist Hartig bei den Grünen OÖ. „Ich war eine richtige Quereinsteigerin, sagt sie. Seit 2008 bin ich parteipolitisch aktiv, aber erst seit 2009 in einem höheren Amt tätig. Da waren dann gleich die Wahlen im Herbst und im Winter habe ich kandidiert.“ Seit 2009 sitzt die Gemeinderätin im Ausschuss für Jugend, Familie, Soziales und Integration. An den Grünen reizt sie, die „Flexibilität der Partei“ und dass sie sich konstruktiv einbringen könne. Außerdem gäbe es keine „ideologischen Scheuklappen und keine Voreingenommenheit“, meint Hartig.

Es fehlt an Diversität

Hartig hat eine Tochter im Teenageralter auf die sie sehr stolz ist. „Sie ist politisch sehr interessiert und motiviert. Sie ist meine kleine Assistentin, sagt Hartig.“ Für die Politikerin, die sich sowohl mit Jugend als auch Integration beschäftigt, ist die Frage von Vorbildern in der Gesellschaft eine wichtige. „Es ist super, dass Lydia Obute und auch David Alaba so gepushed werden, so präsent sind und ein positives Bild schaffen.“ Kritisch steht sie hingegen der „ORF- wie wir“-Kampagne gegenüber. Es würden nur „kroatisch klingende Namen“ vorkommen um Migranten zu repräsentieren. „Es fehlt an Diversität in dieser Kampagne“, sagt Hartig.

 

 

 

 

 

 


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