Ramadan im Wiener Rathaus

Michael Häupl beim Iftar Essen (c) Milagros Flener

24.08.2011 | 21:40 | Amin Elfeshawi

Führende Vertreter muslimischer Vereine und muslimische Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Politik waren im Wiener Rathaus bei Bürgermeister Michael Häupl zum gemeinsamen Fastenbrechen  eingeladen.

Vergangenen Dienstag jährte sich zum zehnten Mal das gemeinsame „Iftar-Essen“, zu dem die Stadt Wien im Rahmen den muslimischen Fastenmonat Ramadan lädt. Der Monat „Ramadan“ ist der neunte Montag des islamischen Mondkalenders, in dem sich gläubige Muslime in aller Welt der Enthaltsamkeit üben. Fastende Muslime verzichten von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang auf Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, als auch jegliche Form von Sexualität. Das „Iftar“ bezeichnet das Essen mit dem das Fasten täglich gebrochen wird.

An dem Essen nahmen Wiener Politiker teil, neben Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) auch Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) und Gemeinderat Omar Al-Rawi (SPÖ). Unter den rund 250 geladenen Gästen waren der mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien ausgezeichnete ehemalige Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh, so wie Vertreter verschiedenster türkischer, arabischer, bosnischer und afrikanischer Vereine und Organisationen, wie etwa des türkischen Kulturvereins ATIB oder der Initiative Muslimischer Österreicher.

In seiner Rede betonte Michael Häupl, dass die muslimischen Bürger einen wesentlichen Beitrag zum Wiener Stadtleben leisten würden und ging zudem auf die Situation im Nahen Osten ein: „Es sei bedrückend wie viele Menschen ihr Leben für Demokratie und Freiheit lassen mussten“. Weiters betonte Häupl die Wichtigkeit eines friedlichen Zusammenlebens. Omar Al-Rawi lobte Wien als eine außergewöhnliche Stadt, die selbst von manch einem nicht-österreichischen Europäer als „Paradies“ bezeichnet worden sei. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Fuat Sanac, ging in seiner Rede unter anderem auf die zukünftige Ausbildung von muslimischen Predigern ein, welche nur noch in Österreich ausgebildet werden sollen.

Austria versus Rapid

Unter den eingeladenen Gästen waren auch Austria-Stürmer Nacer Barazite, als auch Ex-Rapid-Stürmer Muhammet Akagündüz. Beide Profi-Sportler halten den Ramadan ein. Der Austria-Spieler überreichte Michael Häupl ein Trikot seines Fußballvereines aus dem Derby gegen Rapid, mit welchem er ein Tor gegen die Hütteldorfer erzielte, worüber sich der Wiener Bürgermeister als bekennender Austria-Anhänger sichtlich freute.


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