David Alaba und die zweite Generation, die wir verdienen

Der österreichische Kicker David Alaba ist auch sehr stolzer Nigerianer - ©Oluyemi Ogundele

03.06.2013 | 13:08 | simon INOU

David Alaba ist noch nicht ein Globaler Star wie Michael Jackson oder Barack Obama. Aber auf drei Kontinenten ist er ein Phänomen geworden. In Österreich gehört er zu einer Generation, die sich nicht nur mit Österreich identifiziert sondern mit allen Ländern woher seine Familien stammen.

Zuerst in Europa wird er, nach seinem Sieg in der Champions League viel gefeiert. Lob aus österreichischen Print und Online Medien kommt von überall. “David Alaba greift nach den Sternen” schreibt die Salzburger Nachrichten, “David Alaba erklimmt den europäischen Fußballthron” im Kurier zu lesen, David Alaba ist auf Europas Fußballthron angekommen” titelte Die Presse, “Alaba schreibt ÖFB Fussballgeschichte”[1] war auf orf.at zu lesen.

In Asien ist er auf philippinischen Newsportale zu sehen und genießt schon ein Star Status. So titelt GMA News Online[2], eine bekannte philippinische News Seite At 20, David Alaba may already be best footballer ever with Filipino blood“. The inquirier.net, eine große philippinische Mediengruppe titelt auf der Homepage Ihrer Sportkolumne „Filipino-Nigerian a Bayern Vital Cog“[3].

Im afrikanischen Nigeria wird auch über den Sieg des jungen Mannes gejubelt und Journalisten  fragen sich Warum er nicht für Nigeria spielt.  David Alaba antwortet in „Saturday Tribune“[4], dass er für Nigeria spielen wollte, aber der nigerianische Fussball Bund kein Interesse hatte. Anfang Mai dieses Jahres äußerte sich Stephen Keshi, Fussball Nationaltrainer von Nigeria und Afrikameister in einem Interview mit “The Nation” einer der größten Tageszeitungen des Landes “I wish I had Alaba”[5] (Ich wünschte, ich hätte Alaba).

Nach Dem Sieg jubelte Alaba mit einem T-Shirt wo JESUS darauf stand. Aus diesem Grund wird er auf vielen christlichen Internetseiten gejubelt. Die einen sehen ihn als junger mit soliden Werten, die nicht geschwiegen werden. In einer Zeit wo Religion bei vielen jungen Menschen nicht gern willkommen ist. In der repräsentativen Jugendstudie „Jugend Trend Monitor 2012“[6] haben Kirche und Religion Nur für 4,6 % der Befragten noch einen hohen Stellenwert. Ein Engagement im religiösen Bereich schließt die Mehrheit (71,7%) aus. 

 

Ein wichtiges Alaba Zeichen worüber wenige hier im Lande übersehen haben ist die kreative Fahne, die Alaba beim feiern rund um sich hatte. Eine Fahne mit je ein drittel der Fahnen von den jeweiligen Ländern seiner Herkunft. An beiden Enden die Fahnen von Philippinen und Nigeria. In der Mitte die Fahne Österreichs. Die aktuelle Integrationspolitik im Lande zwingt uns in ein „entweder oder“ Definition unserer Zugehörigkeit auszuwählen. Aber die Realität ist, dass die zweite und X. Generation der hier geborenen sich nicht als „entweder oder“ betrachten sondern als „sowohl als auch“ Generation wie Barack Obama damals in einer seiner Rede im Jahre 2008 formulierte.

Heutzutage von den eingebürgerten zu verlangen sie sollen „Loyal“ nur zu Österreich und sich nur mit Österreich identifizieren ist ein totalitäres Verständnis von Integration. Was wir heute für die in Österreich geborene zukünftige Generation naturgemäß verlangen ist eine automatische Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft genauso wie die Ermöglichung einer Doppelstaatsbürgerschaft für die, die es benötigen. Das wäre ein Zeichen von realen Akzeptanz, Inklusion und Eingliederung in unserer Gesellschaft ohne wenn und aber.


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