Ramadan: Mehr Umsatz für Restaurants

13.08.2011 | 14:27 | Clara Akinyosoye

Mit speziellen Ramadan-Angeboten verzeichnen orientalische Restaurants noch mehr Gäste.

Bummvoll ist es“, sagt Mehmet Kocak, Geschäftsführer des Etap Restaurants. Im Fastenmonat Ramadan wird in seinem osmanisch-türkischen Lokal in der Neulerchenfelder Straße paradoxerweise noch mehr Umsatz gemacht als sonst. Das liegt daran, dass das Restaurant, wie derzeit viele mit orientalischer Küche, am Abend ein Spezialangebot hat.

Viele Muslime gehen am Ende des Fasttages zum Iftar in Restaurants wie das Etap. Dort erwartet sie ein riesiges Buffet. Die Gäste können zwischen zehn und fünfzehn Vorspeisen, verschiedenen Hauptspeisen, Desserts, Obst und Getränken wählen. Es gilt „All you can eat“. Gegen 19.45 Uhr (jeden Tag ein paar Minuten früher, weil die Sonne früher untergeht) findet ein kollektives „Fastenbrechen“ statt. Es ist eine „besondere Atmosphäre – wie in einem Fünfsterne-All-inclusive-Hotel“, so Kocak –, deshalb würden auch Österreicher gerne vorbeikommen.

Muslime, die nicht fasten

Da sich Muslime während des Ramadan tagsüber von Essen und Trinken fernhalten, ist zur Mittagszeit in den Restaurants auch nicht viel von ihnen zu sehen. Das fällt auch im Pars auf. „Es ist ruhiger“, meint eine Mitarbeiterin. Erst am Abend ist in dem beliebten persischen Restaurant – wie sonst immer – viel los. Für einen guten Umsatz sorgen auch arabische Gäste, die zum Iftar kommen – auch ohne spezielle Angebote. Denn hier wird wie sonst auch „à la carte“ gegessen.

Auch das türkische Restaurant Kent am Ottakringer Brunnenmarkt denkt an die Bedürfnisse der Muslime im Ramadan – und die sind nach Sonnenuntergang vor allem eines: Essen und Trinken. Deshalb gibt es auch dort ein offenes Buffet. Und einen dementsprechend großen Andrang. Wer nicht reserviert, muss wohl mit leerem Magen nach Hause gehen. Reservieren sollte man auch im türkischen Restaurant Liman, gleich ums Eck. Das reichliche Buffet „von Suppen bis Grillspeisen“ lockt Muslime und Nichtmuslime an. Tagsüber läuft das Geschäft auch nicht übel, so ein Mitarbeiter. Da kommen eben die Muslime, die nicht fasten.

Fastende Kellner

Die Köche und Kellner in diesen orientalischen Restaurants, die meistens selbst Muslime sind, fasten „natürlich“ auch, so Etap-Chef Kocak. Ob es nicht unheimlich schwer sei zu fasten und den ganzen Tag über die geliebten türkischen Speisen vor Augen zu haben? Doch dazu meint Kocak bestimmt: „Wenn man an etwas glaubt, dann geht alles leicht. Das ist wie ein Gesetz.“

(CLARA AKINYOSOYE, “Die Presse”, Print-Ausgabe, 02.09.2009)


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