FairPlay: Wozu Schiedsrichter?

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19.06.2008 | 18:52 | Clara Akinyosoye und Ewa Dziedzic

Beim Euroschools-Cup entscheiden die Spieler, was fair ist und was nicht.

Wozu Schiedsrichter? Beim offiziellen Schulprojekt zur Fußball-EM „Euroschools 2008“ gibt es zumindest keinen. Mädchen und Buben kicken gemeinsam, bei strittigen Situationen müssen die Schüler selbst entscheiden, was fair ist und was nicht.

53 Schulteams aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein kämpfen bei der Veranstaltung um den Einzug ins Finale und um den Europa-Meisterschaftstitel. Jedes Team spielt dabei in den Trikots von jeweils einer der 53 Uefa-Nationen. Im Unterricht beschäftigt sich dann jede Klasse mit dem Land, das sie repräsentiert. „Durch die Auseinandersetzung mit einem anderen Land setzen sich die Schüler mit Kultur und Diskriminierung auseinander“, sagt Njideka Stephanie Iroh, FairPlay-Mitarbeiterin in den Bereichen Antidiskriminierung sowie Sport und Entwicklung.

„FairPlay“ engagiert sich für die Partizipation von Randgruppen, wie Migranten am österreichischen Fußball. Gemeinsam mit Vereinen, Migrantenorganisationen, Verbänden und Fanclubs werden Aktionen gegen Diskriminierung im Sport durchgeführt.

Vereint gegen Rassismus

Speziell für die Euro 08 wurde auch die Kampagne „Vereint gegen Rassismus“ kreiert. Die Kampagne soll eine klare Botschaft gegen Rassismus und Diskriminierung aussenden. Auch hier sind für die Euro 08 verschiedene Aktivitäten geplant. In den Stadien werden vor jedem Spiel Antirassismusspots ausgestrahlt. Bandenwerbung und Aufdrucke auf jeder Eintrittskarte trage die Botschaft: „Nein zu Rassismus“. Auch auf den Armbinden der Kapitäne soll der Slogan zu finden sein.

Außerdem werden während der EM-Spiele Beobachter in den Stadien unterwegs sein, die dafür sorgen sollen, dass rassistische Vorfälle vermieden werden. Für den Fall, dass es doch zu solchen kommt, gibt es eine mehrsprachige Hotline (☎01/713359487) und eine E-Mail-Adresse (report-racism [at] vidc [dot] org), wo Betroffene Rassismus melden können.

(CLARA AKINYOSOYE UND EWA-AGATA DZIEDZIC, “Die Presse”, Print-Ausgabe, 05.06.2008)


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